09. Die Schule

Zur Zeit der Erweckungsbewegung gab es eine enge Verbindung zwischen Lehrer und Pfarrer. Häufig war der Lehrer gleichzeitig Prediger. Ein Teil von ihnen wurde im Institut von Glay, im Doubs, ausgebildet, wie z.B. J.F. Vernier: Inder Dauphiné gab es zwei Modellschulen:

  • Die von Dieulefit, die 1828 von dem Pfarrer Frangois Brun gegründet und 1833 Lehrerseminar wurde. Sie hat 220 Schüler bis zum Brevet (Abschlussexamen) geführt.
  • Die von Mens, eine ehemalige öffentliche Schule, die 1829 von dem Pfarrer André Blanc gegründet wofden war und 1834 zu einer Modellschule wurde(1), d.h. einem Lehrerausbildungsseminar, dem ersten in der Isere, „tun die Lehrer der protestantischen Gemeinden des Departements auszubilden“.

    Diese Schule besass eine ungemein grosse Ausstrahlungskraft zwischen 1833 und 1881 erhielten 270 Schüler aus 36 Departements ihr Brevet. Über die Hälfte von ihnen kamen aus der Dauphiné(2). 1900 wurden neue Gebäude eingeweiht(3). 1879-80 gab es in den 3 Departements der Dauphine 98 protestantische Grundschulen. Die Schulausbildung der Mädchen war wichtiger als die der Jungen(4). Die Schule war ein zentrales „Anliegen der Reformierten der Dauphine“ sowie des gesamten französischen Protestantismus. Im Jahre 1881/82 wurde die Schulreform von Jules Ferry positiv aufgenommen und wie im restlichen Frankreich „Schulen und Lehrer der Republik geschenkt“.


Die drei Federn des Lehrers

eine Feder: das Lesen
zwei Federn: Lesen und Schreiben
drei Federn: Lesen, Schreiben und Rechnen und dazu Latein

(Herkunft: Queyras)


Anmerkungen

  1. Das Gesetz wurde am 28. Mai 1834 von dem Staatssekretär im Erziehungsministerium, Minister Guizot, erlassen. (Nationalarchiv)
  2. Ehemaliges Internat der Modellschule von Mens
  3. Einweihung der neuen Gebäude der Modellschule am 14. Juni 1900. (Heute ist in diesen Gebäuden das Genesungsheim „L’Obiou“ untergebracht Genesungsheim „L’Obiou “ untergebracht).
  4. Die Schule von Fontgillarde (Queyras) im Jahre 1876