05. Die „Schutzverträge“

Die „Schutzverträge“ als scheinbar bilaterale Verträge waren ein wichtiges Instrument zur Versklavung der afrikanischen Völker und zur Enteignung von Grund und Boden auf „legaler“ Basis.

Die nächste Stufe der Okkupation war die systematische Besiedlung des Landes durch Siedlungsgesellschaften, die das in den Schutzverträgen gesicherte Nutzungsrecht in Kaufrecht umwandelten und die mit fantastischen Versprechungen sowohl Abenteurer, gescheiterte Existenzen und aufstiegswillige Aussteiger anlockten. Wer im Kaiserreich zu den Unterschichten gehörte, konnte in den Kolonien ein kleiner König im eigenen Reich werden.

Schutzvertrag Leutwein mit Maharero 1895