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03. Mas­sa­da

Don­ner­stag, 27. März 1980. Der erste Regen­tag in Israel. Aber das ahn­ten wir noch nicht, als wir nach dem Früh­stück Rich­tung Bushal­testelle wan­derten. Als wir kurz vor Masa­da waren, fie­len die ersten Tropfen. Aber wir ließen uns nicht beir­ren. Als wir den Berg in Angriff nah­men, goss es. Wir flüchteten auf die Toi­lette, die ger­ade in der Nähe war, um den Schauer abzuwarten. Es wurde aber immer nur noch für kurze Peri­o­den trock­en. Bis zum let­zten Schutz­dach ging es einiger­maßen, dann kam das let­zte Stück des Berges, und plöt­zlich goss es in Strö­men. Es floss den Weg herab und pras­selte auf unseren Rück­en. Der Hut war durchgewe­icht und wir waren nass bis auf die Haut, als wir endlich oben anka­men.

Auf dem Plateau gibt es eine Menge zu sehen. Für über 900 Men­schen, die sich vor den Römern ver­steckt hiel­ten, genü­gend Platz. Die hat­ten außer­dem immer eine gute Über­sicht über das, was die Römer ger­ade macht­en, die ihre Lager rund um den Berg hat­ten. Es klärte sich nicht mehr auf. Nach dem Abstieg, der ohne Regen ver­lief, haben wir unten im Restau­rant gegessen. Jede Menge Touris­ten wieder, die natür­lich mit der Seil­bahn nach oben fuhren. Ich habe Orangen­saft, eine ganze Dose, getrunk­en. Dabei sollte der Bus gle­ich kom­men. Schnell nochmal zur Toi­lette. Als der Bus kam, musste ich schon wieder. Aber es war zu spät. Eingestiegen und in der Badeanstalt wieder raus, son­st wäre ich geplatzt. So sind wir zu Fuß gegan­gen. Haben dort Schwe­felquellen ent­deckt, und Wolf­gang hat auch seine Füße darin gebadet. Ganz toll, behauptet er. Die Quellen waren recht heiß, stanken nach faulen Eiern. Aber das Ganze soll ja gesund sein. Es kam ein fürchter­lich­er Wind auf, und als wir endlich im Kib­buz waren, um dort was zu trinken, fegte es uns nur noch so um unsere Ohren. Wolf­gang meinte, die sparen sich das Fegen. Langsam sind wir zur Jugend­her­berge gepil­gert. Beim Abend­brot haben wir mit 3 Leuten am Tisch gesessen, die hier arbeit­en, auch aus Deutsch­land. Der eine ist Elek­troin­ge­nieur und ist schon 3 Jahre hier, als Mäd­chen für alles, die bei­den anderen sind hier, weil sie im Kib­buz nicht unterkom­men. Die Stellen dort sind um 50% gestrichen wor­den.

Mor­gen wollen wir weit­er nach Elat, dort für einige Tage in der Jugend­her­berge bleiben, sofern wir dort unterkom­men. Son­st gehen wir ins Gäste­haus. Mal sehen. Wir gehen immer ganz früh zu Bett, zwis­chen 9 und 10 Uhr, dementsprechend früh sind wir auch wach. Aber das ist ganz gut. Wenn man unter den Ersten ist, muss man sich nicht mit den Massen rum­schla­gen. Heute Mor­gen war ich um halb 6 Uhr wach. Unser Bus nach Elat geht mor­gens um 8.00 Uhr.