Montag, 31. März 1980. Wieder ein aufregender Tag! Früh um 8.00 Uhr ging es nach dem letzten Frühstück mit Barbara und Franko los. Irgendwie ist es komisch, ohne die beiden loszuziehen. Sie waren nette, angenehme Begleiter. So fahren wir also los, Richtung Mizpe Ramon, wo eine Jugendherberge sein sollte. Immer durch die Wüste. Aber es war phantastisch. Eintönigkeit bis zum Geht-nicht-mehr und doch abwechslungsreich. Helles Gestein, dunkles Gestein, vereinzelt stationierte Soldatenlager, ausgebrannte Autos, das mich das Gefühl des Unheimlichen beschlich. Verminte Felder rechts und links und eine katastrophale Straße zum Teil.

Dann kamen wir in den größten Krater von Israel, Mizpe Ramon. Er hat noch ein größeres Ausmaß wie der von Nördlingen. Dort findet man viele Mineralien. Mizpe Ramon ist nicht sehr schön. So fuhren wir auch gleich weiter.








In Avdat machten wir Rast und gingen auf den Berg zur Nabatäer Festung. Das war sehr interessant. Die Nabatäer waren ein nord-arabisches Beduinenvolk. Sie waren ein Wüstenvolk, das vor mehr als 2000 Jahren aus dem Inneren von Arabien ins Gebiet des heutigen Jordanien kam (Wikipedia). Sie bauten sich Höhlen in den Berg und wohnten dort, bis die Römer kamen und alles zerstörten. Später kamen die Byzantiner und haben auf den Ruinen wieder gebaut. Ein Kloster gab es, Kirchen, Zisternen, Wachttürme u.a. Die Israelis betreiben heute dort Landwirtschaft. Von oben kann man noch die grünen Felder sehen.








Von Avdat zogen wir weiter nach En Avdat. Dort ging eine saumäßig schlechte Straße ab zu einem Beobachtungspunkt. Aber es lohnte sich, das in Kauf zu nehmen. Vor uns tat sich ein Canon auf, der von einer Quelle gespeist wurde, und daher war alles grün. Blumen haben wir auch wieder viele neue Arten gefunden.









In Beer Sheba angekommen, waren wir etwas enttäuscht. Die Stadt gefiel uns gar nicht. Zwar haben wir auf dem Weg nach Beer Sheba viele Beduinen gesehen in ihren Zelten, die z.T. dicht wie Dörfer an der Straße standen. Esel und Kamele liefen umher und Frauen in bunten Gewändern. Beer Sheba ist schmutzig, und wir haben gleich beschlossen, Kfar Etzion anzufahren, einen Kibbuz, wo eine Jugendherberge sein soll. Es war schon spät, aber vielleicht klappt es noch.


Da wir statt sofort nach Jerusalem zu fahren, die Straße nach Quiryat Gat erwischt hatten, kamen wir zwar in den Genuss einer schlechten Straße, aber dafür hatten wir eine herrliche Umgebung. Schade, dass so wenig Zeit war. Wir mussten ja nach Kfar Etzion. Die Leute aus dem Dorf waren unterwegs nach Hause und trieben ihre Tiere vor sich her, manche trugen Gras. Sie kamen vom Feld mit Kind und Kegel. Die Sonne ging unter, und ganz plötzlich war es dunkel. Rechts und links auf dem Weg nach Hebron konnten wir noch den Beginn einer Anlage von Weinbergen ausmachen, dann sah man nichts mehr, und Kfar Etzion immer noch nicht erreicht. Wir fuhren durch Hebron durch und sahen einige Glasbläsereien an der Straße, die Feuer brannten noch. Dann waren wir aus der Straße raus. Links ging ein Schild ab nach Kfar Etzion. Zur Vorsicht haben wir noch einen Soldaten gefragt, der aber von einer Jugendherberge nichts wusste. All unsere Mühe sollte auch vergeblich sein. Die Tore des Kibbuz waren zu und wir standen da und fragten, was nun? Wir fuhren also in Richtung Bethlehem, in der Hoffnung, dort ein Zimmer zu finden. Wolfgang sagte zum Spaß, jetzt geht es uns wie Maria und Josef. Und wir finden nicht mal ‘ne Herberge. Dann sind wir in Bethlehems hintersten Winkel gelandet und haben hilflos den Ort verlassen, um nach Beit Yala zu fahren. Da fanden wir dann gleich am Ortseingang ein Hotel. Hingegangen und gefragt war eins. Zimmer angesehen, 30 Dollar mit Frühstück. Was soll‘s. Abendbrot haben wir auch noch reichlich bekommen für 10 Dollar, und als der Besitzer noch hörte, dass wir Mr. Azar kennen, sagte er, wir sollten uns fühlen wie zu Hause. Das erste ordentliche Bett übrigens nach langer Zeit. Morgen früh um 8.00 Uhr werden wir frühstücken und dann das Lokal verlassen.






















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