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04. Elat

Fre­itag, 28. März 1980. Heute sind wir nach Elat gefahren. Fast vier Stun­den waren wir unter­wegs. Obwohl die Fahrt sich­er nicht lang­weilig war, hat es doch arg lang gedauert. Der Bus hat wahrschein­lich wegen der Hitze 2 x an ein­er Oase ange­hal­ten. Mir war es recht angenehm.

Elat macht eigentlich keinen beson­deren Ein­druck. Es ist heiß hier, aber auch windig. Am Strand, wo wir zuerst hingin­gen, weil wir noch genü­gend Zeit hat­ten, bis die Jugend­her­berge auf­machte, trafen wir 2 Leute, die schon in En Gedi in der Jugend­her­berge waren.

Da kam das Gespräch drauf, dass neben der Jugend­her­berge noch ein pri­vates Jugend­ho­tel ist, und da die Jugend­her­berge sowieso über­füllt sei meis­tens, soll­ten wir doch gle­ich dort ver­suchen. So gin­gen wir mit den Bei­den – Bar­bara und Franko – dor­thin und „hausen“ jet­zt hier. 7 Mäd­chen ins­ge­samt. Aber es gibt Duschen. Wir bleiben bis Son­ntag, da mor­gen Sch­ab­bat ist und die Geschäfte zu sind und die Busse zum großen Teil nicht fahren. Am Strand sind wir auch noch gewe­sen. Wolf­gang und Franko haben nach Korallen und Muscheln getaucht und was Tolles gefun­den. Andere Gäste kamen gle­ich neugierig an, um zu sehen, was wir da wohl hat­ten. Abends haben wir selb­st was gemacht, da es hier kein Break­fast und Lunch gibt. Noch schnell vor dem Laden­schluss fiel uns das ein. Mor­gen ist Sch­ab­bat, da sind die Läden nicht auf. Aber auch kär­glich­es Mal kann nett sein. Ein Israeli aus Tel Aviv kam noch dazu und wir haben leb­haft disku­tiert – in 3 Sprachen, Franko kann kein Deutsch. Mor­gen wollen wir zu den Kupfer­mi­nen und den Säulen Salo­mos.

Sam­stag, 29. März 1980. Die Säulen Salo­mos und die besagten Minen liegen noch etwa 25 Km vor Elat. Da die Busse nicht fahren, oder nur begren­zt, haben wir uns entschlossen, zum Strand zu gehen. An der Infor­ma­tion erfahren wir, dass das Obser­va­to­ri­um heute sog­ar offen ist und mit dem Bus Nr. 5 zu erre­ichen ist. Erst baden wir im Roten Meer, nach­dem wir gefrüh­stückt haben – recht spar­tanisch zwar, aber mit viel Spass. Bar­bara und Franko gehen mit zum Strand. Gegen Mit­tag wird es wärmer. Am Strand tre­f­fen wir noch andere aus der Jugend­her­berge von En Gedi. Es gab ein fröh­lich­es Geplänkel. Zwis­chen­durch haben wir gebadet und die Män­ner haben aller­lei Zeug raus­ge­holt. Dies wird aber nicht gern gese­hen und auch geäußert. „Wenn da jed­er was rauf­holen würde“, und ähn­lich­es. Franko war sauer. Er ist ein Wasser­fa­natik­er. Die bei­den bleiben noch am Strand. Wir brin­gen unsere Sachen ins „Hos­tel“ und fahren ins Seeaquar­i­um. Eine her­rliche Sache: Unter Wass­er die Fis­che zu beobacht­en, ohne nass zu wer­den.

Wir gehen nochmals raus, weil eine Gruppe kommt. Zwis­chen 15 und 16 Uhr sollen die Nacht­fis­che hochkom­men, das sei sehr inter­es­sant. Also essen wir was und trinken (4 L soll man hier trinken) und dann gehen wir ins Marine­mu­se­um, wo es wun­der­schöne Korallen gibt und Fis­che, die unheim­lich bunt ausse­hen. Eine ein­ma­lige Far­ben­pracht. Dort tre­ffe ich einen Israeli, der 10 Jahre in der Welt rumge­gondelt ist und jet­zt wieder nach Israel zurück­gekehrt ist, um seine Heimat ken­nen­zuler­nen. Wir unter­hal­ten uns eine Weile. Dann gehen wir nochmals ins Obser­va­to­ri­um und stellen fest, dass wirk­lich einige andere Fis­charten auf­tauchen, die vorher nicht da waren. Ein­fach phan­tastisch. Als wir zurück­ge­hen, beschließen wir, erst am Mon­tag zurück­z­u­fahren nach Beer She­ba. Mor­gen gehen wir also zu den Säulen.