Es ist jetzt schon über 45 Jahre her, dass meine Eltern Gisela und Wolfgang für drei Wochen in Israel waren. Vor Kurzem hat Gisela ihre Aufzeichnungen dieses Urlaubs gefunden. Daraufhin wurden diese von Wolfgang digitalisiert — ebenso wie von mir die damals gemachten Dias, die sich noch in einem einigermaßen vorzeigbaren Zustand befinden. In den folgenden Beiträgen finden sich die leicht überarbeiteten Texte von Gisela in Verbindung mit den Dias von Wolfgang.
Archiv des Tages: 26.01.2026
Dienstag, 8. April 1980. Abends in der schönsten Jugendherberge, die wir bisher gesehen haben! Heute Morgen um halb 10 Uhr fuhr unser Bus nach Haifa, 2,5 Std etwa(!) dauerte die Fahrt. Zum Glück hatten wir Sitzplätze. Von Haifa ging der nächste Bus nach Akko, dort mussten wir uns erst auf die Suche machen, wo die Altstadt liegt, beziehungsweise der Leuchtturm, in dessen Nähe die Jugendherberge sein sollte. So trabten wir los, und erreichten bald schon die Altstadtmauern. Als Wolfgang dort jemand nach der Jugendherberge fragen wollte, kam gleich ein junger Araber und fragte, ob wir zum Youth Hostel wollten, er […]
Ostersonntag, 6. April 1980. Es war keine gute Nacht. Der Sonnenbrand hat mich sehr geplagt, dazu eine dreiste Mücke, die dauernd um meinen Kopf flog. Nach dem Frühstück sind wir mit zwei anderen Deutschen, Norbert und Susanne aus Frankfurt, zur Busstation gefahren, zu erkunden, wie die Busse nach Quiriat Shmona fahren. Es war günstig – fast sofort. Der Bus war gerammelt voll, aber die Strecke ist sehr schön. Quiriat Shmona liegt ziemlich oben an der Libanesischen Grenze. Wir bekamen gleich einen Bus nach Dan, wo das Naturreservat liegt. Allerdings sind es von Dan noch etwa 2 Km zu laufen. Doch es […]
Samstag, 5. April 1980. Müde und kaputt bin ich heute Abend – und Wolfgang spricht noch vom Ostereierfärben! Rudolf und Bea wollten heute Morgen eigentlich recht früh los und ohne uns, aber das Frühstück zog sich mal wieder in die Länge, nachdem wir erstmal alle aus den Betten waren. Gestern Abend haben wir noch gekniffelt und anschließend „Meierle“ gespielt bis etwa 23.00 Uhr. Ein Lehrer aus Württemberg ist bis morgen hier und der kannte solche Spielchen. Noch 2 weitere deutsche Pärchen sind hier, recht nette Leute, die auch wie wir, heute Richtung Kapernaum laufen wollten. Da keine Busse fahren, gingen wir […]
Karfreitag, 4. April 1980. Wir haben es erst heute Morgen beim Frühstück bemerkt, aber ich will alles der Reihe nach erzählen: Die Nacht in Kirjat Tiwón verlief ruhig. Morgens haben wir mit einem Schweizer Pärchen gefrühstückt. In der Nacht hat es geregnet und gedonnert, am morgen war das Wetter auch noch nicht besser. Wir beschlossen aber, trotzdem nach Tiberias zu fahren. Der Bus kam endlich und bis Tiberias regnete es in einer Tour. Neben mir saß eine Amerikanerin, mit der ich mich die ganze Zeit über unterhalten habe. Sie studierte in Amerika Dramaturgie und war schon das 3. Mal in […]
Mittwoch, 2. April 1980. Gestern haben wir ordentlich über die Stränge geschlagen, zumindest was unser frühes Zubettgehen betrifft! So bin ich nicht mehr zum Schreiben gekommen abends. Konnte heute Morgen nicht weiterschreiben, da wir es mit dem Aufbrechen etwas eilig hatten. Also der Reihe nach: Wir sind also vorgestern Abend früh zu Bett gegangen und haben ausgiebig geschlafen, gefrühstückt Punkt 8 Uhr und wegen eines Missverständnisses (der Wirt wollte keine Schekel sondern Dollars haben), ist Wolfgang noch nach Bethlehem gefahren, zu einem Geldwechsler (da alle Banken geschlossen waren), um Dollars einzutauschen. Ich habe mich inzwischen ausgiebig mit dem alten Herrn unterhalten, […]
Montag, 31. März 1980. Wieder ein aufregender Tag! Früh um 8.00 Uhr ging es nach dem letzten Frühstück mit Barbara und Franko los. Irgendwie ist es komisch, ohne die beiden loszuziehen. Sie waren nette, angenehme Begleiter. So fahren wir also los, Richtung Mizpe Ramon, wo eine Jugendherberge sein sollte. Immer durch die Wüste. Aber es war phantastisch. Eintönigkeit bis zum Geht-nicht-mehr und doch abwechslungsreich. Helles Gestein, dunkles Gestein, vereinzelt stationierte Soldatenlager, ausgebrannte Autos, das mich das Gefühl des Unheimlichen beschlich. Verminte Felder rechts und links und eine katastrophale Straße zum Teil. Dann kamen wir in den größten Krater von Israel, […]
Sonntag, 30. März 1980. Der letzte Tag in Elat ist fast vorbei. Heute Morgen haben wir gefrühstückt, den Rest vom Brot, den wir noch hatten und den Saft. Recht spartanisch. Franko und Barbara sind zum Strand und wir gingen Richtung Egged Station um einen Bus in Richtung Salomo Pillars zu bekommen. Aber daraus wurde nichts. Nur organisierte Reisen am frühen Morgen, und der normale Bus hält dort nicht. Aber wir sollten noch erfahren, warum nicht. So beschlossen wir zu trampen. Aber so einfach war das gar nicht. Nach etwa einer Stunde hatten wir die Nase voll. Die Hitze war unerträglich. […]
Freitag, 28. März 1980. Heute sind wir nach Elat gefahren. Fast vier Stunden waren wir unterwegs. Obwohl die Fahrt sicher nicht langweilig war, hat es doch arg lang gedauert. Der Bus hat wahrscheinlich wegen der Hitze 2 x an einer Oase angehalten. Mir war es recht angenehm. Elat macht eigentlich keinen besonderen Eindruck. Es ist heiß hier, aber auch windig. Am Strand, wo wir zuerst hingingen, weil wir noch genügend Zeit hatten, bis die Jugendherberge aufmachte, trafen wir 2 Leute, die schon in En Gedi in der Jugendherberge waren. Da kam das Gespräch drauf, dass neben der Jugendherberge noch ein privates Jugendhotel […]
Donnerstag, 27. März 1980. Der erste Regentag in Israel. Aber das ahnten wir noch nicht, als wir nach dem Frühstück Richtung Bushaltestelle wanderten. Als wir kurz vor Masada waren, fielen die ersten Tropfen. Aber wir ließen uns nicht beirren. Als wir den Berg in Angriff nahmen, goss es. Wir flüchteten auf die Toilette, die gerade in der Nähe war, um den Schauer abzuwarten. Es wurde aber immer nur noch für kurze Perioden trocken. Bis zum letzten Schutzdach ging es einigermaßen, dann kam das letzte Stück des Berges, und plötzlich goss es in Strömen. Es floss den Weg herab und prasselte […]