02. Die Kolonialdiskussion und die Rolle der Mission

12.10.2013 Wolfgang Dörscheln 0

Friedrich Fabri, der Direktor der Rheinischen Missionsgesellschaft setzte 1879 mit seiner Broschüre „Bedarf Deutschland der Kolonien“ die breite gesellschaftliche Diskussion in Gang. Kolonialgegner waren vor allem die Sozialdemokraten und liberale Kräfte, die Kolonialisierung für anachronistisch hielten. Ein wichtiger Aspekt der Kolonialbefürworter waren die Missionare, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts […]

03. Menschen in Afrika – Zerstörung ihrer Lebensformen

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Mit ihren eurozentrierten-christlichen Weltbild trafen die Missionare auf eine völlig andere Lebens- und Erfahrungswelt, welche als „heidnisch“, „barbarisch“, „steinzeitlich“ und „unzivilisiert“ wahrgenommen wurde. Hier setzten die Missionare ihre „Kulturarbeit“ an, mit der Beseitigung nomadischer Lebensformen durch Sesshaftmachung in Missionsgemeinden, der Zerstörung traditioneller polygamer Lebensformen durch Einführung der monogamen christlichen Ehe, […]

04. Afrikanische Identität

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„Ich bin, weil wir sind“ – afrikanische Identität bedeutet Teilhabe an einer kollektiven Identität in Gemeinschaft in lebendiger Gemeinschaft mit den Ahnen. Land und Boden war Gemeinschaftseigentum der Stämme und damit unveräußerlich, da es nicht nur den Lebenden sondern auch den Ahnen gehörte. Jedoch kannten die Afrikanischen Völker die Vergabe […]

05. Die „Schutzverträge“

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Die „Schutzverträge“ als scheinbar bilaterale Verträge waren ein wichtiges Instrument zur Versklavung der afrikanischen Völker und zur Enteignung von Grund und Boden auf „legaler“ Basis. Die nächste Stufe der Okkupation war die systematische Besiedlung des Landes durch Siedlungsgesellschaften, die das in den Schutzverträgen gesicherte Nutzungsrecht in Kaufrecht umwandelten und die […]

06. Die Reservatsfrage

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Von Anfang an waren die Missionare ein wichtiges Instrument der kolonialen Herrschaftsergreifung. Mit ihren Sprachkenntnisse waren sie Dolmetscher und Verhandlungsführer beim Abschluss von Schutz-, Kauf- und Bodennutzungsverträge. Mit dem Einströmen von immer mehr landhungrigen Siedlern, Händlern und Minen- und Erschließungsgesellschaften erkannten die Missionare schnell die Notwendigkeit ihren afrikanischen Missionsgemeinden einen […]

07. Januar 1904 – Der Krieg beginnt

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Der Ausbruch des Widerstandskampfes der Herero am 12. Januar 1904 kam für die deutsche Kolonialmacht völlig überraschend. Er war monatelang Titelthema aller deutschen Tageszeitungen. Über die Ursachen des Krieges wurde viel spekuliert, die Aussagen der Herero als irrelevant abgetan. Dass afrikanische Völker sich überhaupt das Recht anmaßten, Widerstand gegen die […]

08. Entscheidung am Waterberg

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Nach der Übernahme der militärischen Führung durch General Lothar von Trotha im Juni 1904 brutalisierte sich die deutsche Kriegsführung und drängte auf eine Entscheidung am Waterberg im August 1904. Der Vernichtungsbefehl von General von Trotha: „Ich, der große General der Deutschen Soldaten sende diesen Brief an das Volk der Herero. […]

09. Völkermord in der Omaheke

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Die Flucht der geschlagenen Herero wird in die wasserlose Omaheke-Wüste, einem Ausläufer der Kalahari, gelenkt, was einem Todesurteil für die Besiegten gleichkam. Dies ist heute als erster deutscher Völkermord historisch anerkannt. Augenzeugenbericht von Hendrik Fraser (Bastard) aus Keetmanshoop: „Im März 1905 wurde ich nach Karibib gesandt und begleitete die Truppen […]

10. Deutsche Helden !?

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Der militärische Sieg über die Herero 1904 und Nama 1907/08 wurde mit einer Vielzahl von Ehrungen und Auszeichnungen für Soldaten und Siedler bedacht. Im November 1905 erhielten General von Trotha, Major Meister und Hauptmann Francke für ihre „Verdienste gegen die Herero“ die höchste kaiserliche Auszeichnung, den Ordnen „Pour le Mérite“. […]

11. Konzentrationslager und Zwangsarbeit

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Im Dezember 1905 ordnete Reichskanzler von Bülow die Einrichtung von Konzentrationslager für die Kriegsgefangenen und Überlebenden der Omaheke an. Mit der „hygienischen“ Betreuung der Gefangenen wurden die Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft betraut. Im Konzentrationslager von Swakopmund war dies Missionar Vedder, während Missionar Kuhlmann in Omaruru ein Sammellager leitete. Nach den […]