Herzog von R., französischer Staatsmann* 09.09. 1585 in Paris+ 04.12.1642 in Paris 1622 Kardinal, seit 1624 leitender Minister; nahm den Hugenotten ihre Sicherheitsplätze und schaltete sie damit als politischen Machtfaktor aus; schlug mehrfach Aufstände des Hochadels nieder und errichtete den. französischen absolutistischen Einheitsstaat, sprengte den habsburgischen Ring um Frankreich und überflügelte die Habsburger, indem er im Dreißigjährigen Krieg Gustav Adolf unterstützte und den Abschluß des Westfälischen Friedens (durch Mazarin) zugunsten Frankreichs vorbereitete und dadurch die Vormachtstellung Frankreichs begründete; förderte Handwerk, Kunst und Wissenschaft (Gründer der Academie Francaise 1635). Das moderne Lexikon. Gütersloh, Berlin, München, Wien 1972
Wolfgang Dörscheln
Königin, Gemahlin Heinrich II. von Frankreich seit 1533* 13.04.1519 in Florenz+ 05.01.1589 in Blois erlangte unter ihren Söhnen (Franz II., Karl IX., Heinrich III.) großen politischen Einfluß; ihr Streben ging dahin, die Stellung der Krone über den Ständen und Religionsparteien durch ein Gleichgewicht der Konfessionen und durch Verständigung mit Spanien zu sichern. Als Colignys antispanische Politik auf ihren Sohn Heinrich III. zu großen Einfluß gewann, ließ sie die Hugenottenführer in der Bartholomäusnacht umbringen. Das moderne Lexikon. Gütersloh, Berlin, München, Wien 1972
Zeit allgem. Ereignisse Schlesien Polen Rußland Österreich 1712 Geb. Friedrich II 1713 Gründung des Beamten- und Militärstaates durch Friedrich Wilhelm I. Pragmatische Sanktion (Maria Theresia Erbfolgerecht) 1720 Anfänge einheitlicher Verwaltung in deutschen Ländern 1733 Polnischer Erbfolgekrieg (bis 1738) 1739 Friede von Belgrad (Russisch-Österreichischer Krieg gegen die Türken) 1740 Regierungsübernahme Friedrich II. 1. schlesischer Krieg (bis 1742) Amtsantritt Maria Theresias (bis 1780). Österreichischer Erbfolgekrieg (bis 1748) 1741 Sieg Friedrich II. bei Mollwitz 1742 Friede zu Breslau (Schlesien geht an Preußen) 1744 2. schlesischer Krieg (bis 1745) 1745 Friede zu Dresden (Schlesien weiter im Besitz Preußens) 1748 Wiedereroberung Schlesiens durch die Österreicher […]
Grundlage des Hugenottenkreuzes ist das schon im Mittelalter bekannte Jerusalemkreuz oder Malteserkreuz, benannt nach der Mittelmeerinsel Malta und dem mit der Insel verbundenen Malteserorden. 1578 stiftete König Heinrich III. von Frankreich den Heilig-Geist-Orden, der Elemente des Malteserkreuzes aufnahm. Auf alten Abbildungen ist der Förderer der Protestanten in Frankreich, Heinrich IV., mit dem Heilig-Geist-Orden zu sehen, das Malteserkreuz mit der Taube des Heiligen Geistes im Zentrum des Kreuzes. Beim Hugenottenkreuz ist die Taube nicht mehr auf dem Kreuz zu sehen, sondern als Amhänger unter dem Kreuz befestigt. In jedem Fall ist die Taube für die Hugenotten das Symbol des Heiligen Geistes, […]
Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm.Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Roß, Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest. Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann … - “Ich bin ein Knecht des Königs, als Kurier geschickt Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!” - Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmert’s mich? Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für dein Tier!” Der Reiter tritt in einen dunklen […]
Das Presbyterium “Ein alter hugenottischer Grundsatz lautet: Ohne Presbyterium keine Gemeinde”. Ihre Aufgaben waren: Der Gottesdienst “Der sonntägliche Gottesdienst der französich-reformierten Gemeinde zeichnete sich durch große Nüchternheit und Schlichtheit aus. Im Mittelpunkt stand die Wortverkündigung. Der Gesang der französichen Psalmen durchzog und belebte die gottesdienstliche Feier.” Nach dem Gesang folgte das Sündenbekenntnis (Prediger und Gemeinde knieten). Ein weiterer Psalm leitete die Predigt ein, die nicht länger als 1 Std. dauern sollte. “Die Männer entblößten während des Gebetes ihr Haupt, bei der Predigt aber behielten sie ihre Hüte auf dem Kopf.” Die Taufe “Weil der Täufling durch die Taufe in die christliche […]
Deutschland hatte unter den Folgen des 30-jährigen Krieges schwer gelitten. Es war verarmt. Ein Drittel der Bevölkerung war umgekommen. Ganze Landstriche waren verödet. Manche Dörfer von ihren Bewohnern verlassen. Auch die Städte hatten schwere Einbußen zu erleiden gehabt. An den Landesherren lag es nun, Maßnahmen zu ergreifen, um Schäden abzuhelfen. Ende des 17. Jahrhhunderts entsteht in Brandenburg-Preußen eine multikulturelle gesellschaftliche Mischung. Emigranten und Flüchtlinge aus ganz Europa suchten Zuflucht im Land des Großen Kurfürdten. Überwiegend wirtschafltiche Erwägungen hatten den Großen Kurfürsten veranlaßt, die Grenzen seines Landes für Fremde weit zu öffnen. Die handwerklichen Fähigkeiten der Hugenotten waren ihm sehr willkommen. […]
Phillipe de Maizière, Sohn eines Landadeligen in Südfrankreich schreibt am 18. September 1564, also 40 Jahre nach dem Brief Lefèvres, einen Brief an seinen Freund Jean in Zürich. Im Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten waren mittlerweile bürgerkriegsähnliche Zustände in Frankreich entstanden. Nach anfänglichem Martyrium hatten sich protestantische Städte und Gemeinden ebenfalls bis an die Zähne bewaffnet und versuchten nun ihrerseits mit Waffengewalt ganz Frankreich protestantisch zu machen. Aix-en-Provence, 18. September 1564 Mon cher Jean, Ich bin nicht sicher, ob meiner letzter Brief Dich in Zürich erreicht hat. Ich habe keine Antwort erhalten. Aber die Zeiten sind so unsicher, dass ich […]
8 Jahre später, am 29. August 1572, schreibt die junge Ehefrau Margeau de Saint-Germain einen Brief an ihre Mutter in Marseille. Die Familie Saint-Germain wohnt in Paris und Margeau berichtet ihrer Mutter, wie sie durch ein Wunder die Massaker an den Hugenotten in der Nacht des 23. August 1572, Bartholomäusnacht genannt, überlebt hat. Paris, 29. August 1572 Liebste Mutter, Ihr seid gewiss schon vor Angst vergangen, da ihr seit der grauenvollen Nacht vom 23. August noch keine Nachricht von mir erhieltet. Seid getröstet, die Kinder und ich sind wohlauf. Wir befinden uns in Sicherheit. Florent konnte aus der Stadt rechtzeitig […]
Das Edikt von Nantes 1598 löst eine Welle von Hoffnung aus, Heinrich IV möge die Einigung der Konfessionen gelingen. Doch unter der Oberfläche brodelt es weiter. 1610 wird Heinrich IV durch einen katholischen Fanatiker ermordet. Die Kriegsherde flammen wieder auf. 1625 zerstört Kardinal Richelieu die unbesiegte protestantische Bastion La Rochelle und leitet damit den Niedergang der Hugenotten ein, der im öffentlichen Widerruf des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV im Jahre 1685 und der völligen Vernichtung hugenottischen Lebens in Frankreich gipfelt. Wenige Tage nach dem Widerruf des Religionsfriedens von Nantes, schreibt am 3. November 1685 Marie-Charlotte Cornuel aus Paris einen […]
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