mit erweiterten Quellen– und Dokumentenangaben
Die Wüstung Dorslon liegt am Rande eines Waldstücks auf dem Sintfeld, auf dem heutigen Gebiet des zu Bad Wünnenberg gehörenden Gutes Wohlbedacht, etwa auf halber Strecke südöstlich von Fürstenberg in Richtung Essentho. Eine kleine Quelle liefert bis heute Wasser, das die Menschen schon früher für sich nutzten.
Geschichte
Der mittelalterliche Ort wurde im 9. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Aus Funden von Scherben wurde geschlossen, dass bereits im 8. Jahrhundert Menschen in Dorslon lebten. Dorslon war ein Kirchort, wobei Kirche und Friedhof ca. 2 Kilometer nördlich des Ortes lagen. Im Ort hatten das Kloster Corvey, das Kloster Holthausen sowie die Edelherren von Büren Besitztümer. Fehden zerstörten den Kirchort Dorslon im 14. Jahrhundert. Das nahe gelegene Kloster Dalheim bekam in diesem Zusammenhang Güter im Ort geschenkt, so wurden einige Steine der Kirche zum Aufbau der Klosteranlage in Dalheim verwendet. Der Graf von Westphalen kaufte im 15. Jahrhundert den Besitz des Klosters Holthausen und versuchte den untergegangenen Ort mit Fürstenberger Bauern wieder zu besiedeln. Dies gelang aber nicht und so wurde Ende des 18. Jahrhunderts das Gut Wohlbedacht als Vorwerk an der Stelle errichtet.
9. Jh.
826 — 876
Landschenkung (ob) (tr) Verkauf und Zeuge (tt) an Kloster Corvey (Gründung 830)
Hado mit Sohn Hado in Stalo (Stahle Krs. Holzminden) und mit dessen Söhnen Berndag, Hado und Wendildac.
2/3 mansos zum Wert von 40 Sol.
Berndag in Thurisloun.
2 iurnales (Tagwerk).
Wulfhard, Ody in Tuischinun et in Thurisloun*
2 mansi (Hufe)
Wytsuit, Merio et Waldonis in Thurisloun*
30 iurnales (Tagwerk)
*) das spätere Thurslen, Durslon, Dorslon, Dorselo und zuletzt Dorsel
Das Kloster hatte somit verschiedene Besitzeinheiten.
Traditiones Corbeiensis § 281, 284, 420
Spuren Bd. 2 H. 2
P. Wigand
Traditionen Corbeiensis
(Trad. Corb.)
1843
§§ 281,284,420
siehe Honselmann Teil 1
1982
Nr. 65,69,221
Trad Corb 69 cap.de patibus saxoniae: 2 Hufen für Kirchenbau
siehe Schütte Teil 2
1992
Nr. 065,069,221
12. Jh.
1106 — 1128
Nieder-Marsberg, Besitz der Kurie
Stift Corvey, Abt Erckenberti
Zwei Herrenhöfe in Dorslon (s/ö Fürstenberg, Kr. Büren)
Die Villikation Nieder-Marsberg verfügt über Zubehör in Dorslon
Duo dominicalia unum in Thurslen
Kindlinger II Nr. XIX, 127 — Spuren Bd. 2 H. 2, S. 30–31
Eine Curtis und Burg in Dorslon bei Brilon, welches der Familie derer von Dorslon gehörte
Seib. Quellen III (Übersicht der alten Rittersitze im Herzogthum Westfalen)
Spuren Bd. II H. 2
vor 1114
Hermann III, Graf Siegfried von Bomeneburg und dessen gleichnamiger Sohn (gest. 1114)
hatten eine Menge Besitzungen im nachmaligen Herzogthum Westfalen so z.B. Dorslon, Almen und Thülen.
J. Seib. Landes- und Rechtsgeschichte 1.Bd. 1. Abt. von 1845
1114
Durslo und Hoinburch
Dem Northeimer Grafen Siegfried IV von Hoinburch (Homburg bei Stadtoldendorf), dienten frei, d.h. als liberi homines der Heinricus de Durslo ministerialis, sowie Wendelhardus de Durslo ministerialis und Ricnant de Durslo ministerialis und auch dessen Söhne dasselbe Lehen innehatten (cujus filie beneficum tenent ejusdem).
Siehe Kindlinger II
1152 — 1180
Der Herrschaftsbereich Heinrich des Löwen
Am 27. April 1144 starb Graf Siegfried IV. von Boyneburg (bei Eschwege), der letzte männliche Sproß des angesehenen Geschlechts der Northeimer.
Heinrich der Löwe konnte als Enkel der Kaiserin Richenza, einer Northeimerin, Erbansprüche auf die Hoheitsrechte Siegfrieds IV der sein Großonkel war, anmelden.
Die Besitzungen lagen u.a. in Dorslon (ein Erbteil von Siegfried IV) u.a. Castrum Aldenviles,
siehe Kindlinger III Urkunden s.35 Nr. 13
13. Jh.
1234
Heinrich von Almana/Almene
anno 1277 Arnulf de Almena (Knappe) mit seiner Frau Alheidis vor dem Gericht zu Brilon und kauft ein von ihm selbst lehnrühriges Gut zu Dorslon bei Stadtberge (Krs. Büren) zurück.
Pfarrarchiv Alme Bd. I, Nr. 379 + Kloster Dalheim Nr. 81
1262
Ritter Konrad von Welda
hat sein Gut in Dorslon einem Marsberger Bürger verpachtet.
Wigand Archiv VI, 395, Nr. 53 — WUB 4, 928
1276
Bewohner vom Hof Dorslon als Briloner Neubürger
(s 1280 1330 u 1338)
Seib Qu II s 29
1277
Ludwig gnt. Witte Pape
verkauft dem Knappen Arnulf von Almen vor dem Gericht in Brilon ein Gut zu Dorslon.
WUB 4, 1496
Seib. UB I, 379
Bruns A 15, Fahne Bd 1 Abt 1 s. 102
1280
Fried de Dorslon
trägt den Hof Dorslon von den Grafen von Arnsberg zu Lehn
(s 1276 1330 u 1338)
Fahne: Gesch d. Westf. Geschlechter s 135
1281 und 1303
Die Brüder Bertold und Gottfried von Dorpede
haben zwei Ministerialen-Höfe in Dorslon.
Güterverz. d. Gf. von Arnsberg
Seib. UB II 551 s. 112 u. 113
14. Jh.
1306
Edelherr Simon zur Lippe
überläßt dem Albert von Amelunxen die Lehnsgüter zu Dorsle.
Asseburger UB I Nr. 646, 649, 650 — WUB 9, 498
1308
Ritter Albert von Amelunxen
verkauft dem Kloster Holthausen zwei Höfe (Curtes) im Dorf Dorslon mit dem Patronatsrecht über die dortige Kirche und allen Kotstätten und Zubehör.
Zeuge: Johann, Pleban in Dorslon
WUB 9, 635
Lipp. Reg. 2, 1 Nr. 581
Mem. Kop. Nr. 14 (Bruns A19 u. A20)
Asseburger UB II, Nr. 646
C. Grupen Teil III S. 232 – 33
1308
Matthias von Ahden (Mathya de Adene)
bezeugt mit anderen Knappen (famulis), den Rittern Otto und Werner von Brakel, Söhne des Bernhard von Brakel (Ottone et Wernhero fratribus, filiis Bernardi de Brakele, militis) und anderen, dass Albert von Amelunxen dem Kloster Holthausen zwei Höfe in Dorslon verkauft.
1308
Symion, edler Herr von der Lippe
bestätigt den von dem Ritter Albert von Amelungessen geschehenen Verkauf seiner von dem Lippischen Hause lehnsrürigen Güter in dem Weiler Dorslon an das Kloster Holthausen bey Büren.
Grundlage der Waldeckischen Landes- und Regentengeschichte von Joh. Varnhagen Th. Dr. von 1825
4. Febr., 21. März und 30. April 1309
Knappe Herman von Brakele, Ritter Heinrich gnt. Judeus und Knappe Amelung von Asse
verzichten auf ihre Ansprüche und alles Vorgehen an die Güter in Dorslon.
Mem.Cop. Nr. 17, 18, 19 (Bruns A 22, 23, 24)
Asseburger UB II, Nr. 650
WUB 9 Nr. 663, 675, 685
1309
Der Duvelshof
G. Henkel: Die Wüstungen des Sintfeldes, S. 45 Die Wüstung Dorslon
Anm. Nr. 134 u.a.
Msc.I 127 Bl. 69
1313
It. dict. sinker II hob in Dorslon b.f.
Güterverz. d. Gf. von Arnsberg — Seib. UB II S. 127 Nr. 180
1313
It. Helmic. de Keldinehusen III hob. in Dorslon b.f.
Güterverz. d. Gf. von Arnsberg — Seib. UB II S.123 Nr. 105
1313
Rosebike II hob in Dorslon b.m.
Güterverz. d. Gf. von Arnsberg — Seib. UB II S.123 Nr. 101
1326
Der Tautenweg
führte, von Lichtenau kommend, über Dalheim hinaus zum Düvelshof in Dorslon in der Wüstung im Dalheimer Forst.
Bem.: Der Duvelshof wird in den Jahren siehe: 1309 1360, 1388, 1409 1460 1495 also insgesamt über einen Zeitraum von 186 Jahren erwähnt.
Wo heute die Reste der Dorsloner Kirche liegen, zog die Via regia vorbei. Östlich des Ortes, mit reichlichen Quellen auf langgestrecktem, flachen Hang, fand man Eisenlupen, die auf frühe Eisenverhüttung schließen lassen. Außerdem fand man an einer der Quellen eine Eisenoxydknolle, so dass auch für diese Straße der Transport von Eisen ursprünglich von Bedeutung gewesen sein konnte.
Aus: Stadt Lichtenau 1326–1976
K. Hillebrand, Heimatforscher
Schöningh-Verlag, Paderborn
1330
Conrad von Holdinchusen
wird mit dem Hofe Dorslon vom Grafen von Arnsberg belehnt.
(siehe auch 1280 1338 u 1276)
1332
Edelherr Walram von Buren
verkauft an Siegfried von Buren einen Hof (curiam) in Dorslon mit allem Zubehör, insbesondere einer Scheune auf dem Friedhof zu Dorslon.
Mem. Kop. Nr. 21 (Bruns A 34)
1335
Johann, Abbas der Stadt Geseke
überträgt Heinrich von Harn d.Alte (senior) eine halbe Hufe zu Dorsle mit allem Zubehör seinen Verwandten Arnold von Heumhusen zum Erbe.
Mem.Cop. Nr. 26 Bruns A39
1338
Syffridus dictus Suicker miles II curias in Durslon b.f.
Güterverz. d. Gf. von Arnsberg — Seib. UB III S.281 Nr. 169
1338
Heinrich Ostorp, Bürger in Marsberg, Sanderus von Walckmulen
verzichten zugunsten des Herrn (Landgrafen) auf den gräflichen Hof Rösenbeck und das herrschaftliche Gut — gelegen in Dorslon –, aber der Graf belehnt die Vorgenannten mit dem 4.Teil des Hofes
Güterverzeichnis des Grafen Gottfried IV. v. Arnsberg 1338
Qu.: MA Glossar von E. Habel, Schöningh-Verlag
1338
Conradus de Hodinchusen Cutem in Dorslon b.f.
(siehe auch 1276 1280 u. 1330 )
Güterverz. d. Gf. von Arnsberg — Seib. UB III , Nr. 168 und 341
1338
Syffridus dictus Suicker miles II curias in Durslon b.f.
Güterverz. d. Gf. von Arnsberg — Seib. UB III , Nr. 168 und 341
1352
Knappe Konrad von Dorslon
überträgt zwei Hufe Land in Dorslon an Dietrich gnt. tho Holte, Bürger to Marsberg (Montis martis)
Mem. Kop. Nr. 31 (Bruns A 62)
5. Febr. 1353
Graf Gottfried zu Arnsberg
belehnt Johann von Padberg mit einem Gut zu Dorslon (dieses Recht als Lehnsmann übergibt er 1456 an Kloster Dalheim)
Mem. Kop. Nr. 33 (Bruns A 65)
23. Dez. 1353
Edelherr Walram von Buren, Knappe
verspricht Siegfried und Konrad, Söhne des verstorbenen Gottschalk von Buren, mit einem Hof (curiam) in Dorslon mit allem Zubehör, insbesondere einer Scheune, die einst Witwe von Reyn auf dem Friedhof in Dorslon errichtete, zu belehnen.
Mem. Cop. Nr.32 (Bruns A66)
1360
Die Brüder Konrad und Hartwich gnt. de Duvele
verkaufen zwei Teile ihres Hofes in Dorsle, der Duvelshof genannt wird, mit Zubehör an Flerin, dessen Schwester Alheid gnt. de Dorslen und Bertold, Sohn ihres Bruders.
Mem. Kop. Nr. 40 (Bruns A 82)
1364
Die Brüder Heinrich, Johann und Gyso gnt. von Brobike
verkaufen an Dietrich tho Holte ihre Güter zu Dorslon mit allem Zubehör.
Mem. Kop. Nr. 42 (Bruns A 89)
1371
Eb. Friedrich v. Saarwerden
belehnt den Friedrich de nova domo in Padberg mit zwei Curtis in Dorslon.
St. A. Düsseldorf, Kurköln, Lehen, Gen. I fol. 10 — A. Hömberg H. 4 S. 81
1373
Hermann von Essende
bekundet, dass Junker Friedrich zu Pattborch und sein Sohn einen Hof zu Dorsele, gnt. der freie Hof, mit allem Zubehör das ihm Friedrich verpfändet hatte, einlösen.
Mem. Cop. Nr. 47 (Bruns A 103)
1377
Arnulf von Alme
wird mit der Curtis in Dorslo durch den Grafen von Arnsberg beliehen.
Seib. Quellen III
1379
Die Brüder von Valkenbergh
verkaufen die Hälfte ihres Gutes zu Dorslon (Dorslen) dem Gerhard Muntere, Bürger zu Marsberg.
Dalheimer UB Nr. 119 — Dalheimer Urk. 110
1385
Ein Corveyer Hof (Kl. Corvey) wird noch von einem Ortsansässigen bebaut
(Item eynen hof mit syner to behorige to dorsle, den buwet Quack aldar sclues, den nu buwet henke Koghele, anno domini M CCC L XXX quinto.)
Henkel, Anm.: Wigand Archiv 7, S. 251 Nr. 148
1. Juli 1385
Die Brüder Bernd und Hartwich von Dorslon (Knappen)
verkaufen Johann Gutynge ihre Hufe zu Dorslon (gnt. die unzehntbare).
Mem. Kop Nr. 52 (Bruns A 125) — RKG B 62 Bd. 3. fol. 328–29
1385
Wedekind von Falkenberg und Lubert Westfalen
wurden mit einem Hofe in Dorslon beliehen.
J.W.Fischer — Spuren Bd. 2 H. 5 S. 90
24. Aug. 1386
Kunne von Horhusen
verkauft Bernhard Munten ihren Anteil des Zehnten zu Dorslon.
Mem. Kop. Nr. 55 (Bruns A 129)
9. Dez. 1386
Die Brüder Bernd und Hartwich von Dorslon (Knappen) und Else, Ehefrau des Hartwich
verkaufen Gesine Belynges ihren Anteil des Zehnten zu Dorslon, der ¼ umfaßt mit allem Zubehör, — für 60 Gulden wiederkäuflich -.
Mem. Kop. Nr. 54 (Bruns A 130)
1388
Die Brüder Bernd und Hartwich von Dorslon und Else, Ehefrau des Hartwich
verkaufen ihren Hof zu Dorslon gnt. Duvelshof an Gese Gutynges zu Marsberg (to dem Berge) für 12 Gulden wiederkäuflich. Welches auch danach geschehen ist, denn 1409 ist er im Besitz derer von Brobecke, die ihn verpfänden.
Mem. Kop. Nr. 57 (Bruns A 135)
1391
Die Brüder Bernd und Hartwich von Dorslon (Knappen)
verkaufen Hermann Sassen ihren Zehnthof zu Dorslon mit allem Zubehör für 34 Gulden wiederkäuflich.
Mem. Kop. Nr. 59 (Bruns A 137)
1399
Otto von Valkinberg
hat einen Hof zu Dorslon an Hermann to Holte verkauft und versetzt.
Dalheimer UB Nr. 142 — Dalheimer Urk. 131
15. Jh.
1409
Knappe Herbord von Brobecke und seine Frau Luneke
verpfänden an Hermann Gheylinges, ihr von den Brüdern Bernd und Hartwich von Dorslon ererbtes Gut, den Duvelshof, und ihre Hufe Land, gnt. die zehntfreie Hufe zu Dorslon, mit allem Zubehör.
Mem. Cop. Nr. 65 (Bruns A 175)
RKG, B 62 Bd. 3 fol. 332
1416
Ritter Rave von Kalenberg
tauscht mit Friedrich vom neuen Haus Padberg einen Hof mit 5 Hufen Land zu Dorslon (Curia in Dorsele).
Dalheimer UB Nr.151 — Dalheimer Urk. 140
8. Sept. 1425
in festo nativitatis Marie virginis gloriose
Friedrich von Pappenheim stellt dem Grafen Heinrich von Waldeck, der ihn und seinen Bruder Burchard mit Gütern in Listingen, Egenegerode, Dorslen, Kullebecke, Dietmarsen, Gr. Eder, Ouerde und Nieder-Meißer belehnt hat, den Revers aus.
Original, Pergament, Deutsch, 1 anhängendes Siegel
1427
Der Marsberger Bürger Hermann to Holte
verkauft dem Marsberger Bürger Gottfried Ludekin die Hälfte der Güter in Dorslon.
Dalheimer UB Nr. 159 — Dalheimer Urk. 148
1431
Gf. Otto von Waldeck
belehnt das Kloster Dalheim mit den früher Kloster Corvey zustehenden Besitzungen, und zwar ein Hof, fünf Hufen Landes zu Dorszele, mit einer Scheune und zwei Kotten.
Dalheimer UB Nr. 172 — Dalheimer Urk. 161
1432 — 1459
Zwischen Beffte und Schwickers marke ligt ein groht wiltnisse up de lincken handt und heit Dorssel.
Mem.Cop. 97 (Bruns A223)
1434
Konrad von Dorslon versetzt zwei Hufen Landes an Dietrich to Holte.
Die Brüder von Brobeck verkaufen ihre Güter zu Dorslon an Dietrich to Holte.
Kunne von Horhusen verkauft Gerd Muntere den vierten Teil des Zehnten zu Dorslon.
Dalheimer UB Nr. 174 — Dalheimer Urk. 163
1440
Die Brüder von Horhusen
bekunden, dass sie Prior und Konvent in Böddeken folgende ererbte Güter überlassen, damit das Kloster Dalheim wieder aufgebaut werden könne, u.a. zu Dorsele drei Höfe.
Dalheimer UB Nr. 181 — Dalheimer Urk. 170 — WZ 67 II S. 93
1456
Der Knappe Gottschalk vom neuen Haus Padberg
überläßt Prior und Konvent des Klosters St. Peter in Dalheim seine Rechte und übergibt Urkunden folgenden Inhalts:
- Über das Gut zu Dorsele von 1277- vorher L.W.Pape- danach ein Richter in Brilon.
- Des Grafen Goddert von Arnsberg, über ein Gut zu Dorsele von 1353.
- Des Hermann von Essende über einen Hof zu Dorsele von 1373.
- Des Ritters Rave vamme Kalenberge über einen Hof zu Dorsele von 1416.
Dalheimer UB Nr. 204 — Dalheimer Urk. 190
1459
Abt Arnold von Corvey
bestätigt folgende Zuwendungen erhalten zu haben:
- Von den Brüdern von Brobecke zwei Höfe in Dorslon, ein Gut, zwei Kotten, eine Hofstätte auf der östlichen Seite des Friedhofs daselbst.
- Von den Brüdern von Horhusen im Dorf Dorsele drei Höfe, zwei Malter Hafer und sechs Schillinge sowie den halben Zehnten.
Dalheimer UB Nr. 209 — Dalheimer Urk. 194
1460
Der Duvelshof
G. Henkel: Die Wüstungen des Sintfeldes, S. 45 Die Wüstung Dorslon
Anm. Nr 134 u.a.
Msc.I 127 Bl. 72
1469
Heinrich Ludeken, Bürger zu Marsberg
überläßt Prior und Konvent zu Dalheim die lange verwüsteten Güter in Dorslon.
Dalheimer UB Nr. 242 — Dalheimer Urk. 222
1470
Abt Antonius, Prior Heymbrad, und der Konvent des Klosters Bredelar, im Stift Paderborn gelegen, überlassen Prior und Konvent von Kloster Dalheim ihre wüsten Güter in Dorsloer.
Dalheimer UB Nr. 245 — Dalheimer Urk. 225
1485
Der Knappe Herbold von Brobecke
bestätigt mittels eines Transfixbriefs, dass das Kloster Dalheim mit den Gütern u.a. in Dorsele belehnt wurde.
Dalheimer UB Nr. 268 — Dalheimer Urk. 243
1495
Die Brüder Geylynges
verkaufen dem Kloster Dalheim ihren Anteil und Rechte in Dorslon (Duvelshof) (siehe 1409)
Dalheimer UB Nr. 300 — Dalheimer Urk. 266
1496
Gf. Philipp zu Waldeck
belehnt als ältester Graf zugleich zur Besserung und Nutzen des Klosters Dalheim mit einem Hof und fünf Hufen Landes zu Dorsele.
Dalheimer UB Nr. 302 — Dalheimer Urk. 267
1500
Der Knappe Volbert Kobbenroth
verkauft Prior und Konvent zu Dalheim sieben lateinisch geschriebene Siegelurkunden. Die siebente Urkunde betrifft eine halbe Hufe zu Dorslon und ist von 1335 datiert.
Dalheimer UB Nr. 313 — Dalheimer Urk. 276
16. Jh.
1504
Der Knappe Friedrich von Kalenberg
überläßt Prior und Konvent des Klosters Dalheim all seine Rechte in und an dem Dorf Dorsele.
Dalheimer UB 325 — Dalheimer Urk. 288
1506
Der Knappe Antonius Klynge
überläßt dem Kloster Dalheim einen Hof mit vier Hufen zu Dorsele
Dalheimer UB Nr. 327 — Dalheimer Urk. 291 (Rückseite der Urk .= curiam in Dorslon)
1517
Äbtissin Dorothea Ryuen und der Konvent des Klosters Holthausen bei Büren verkaufen Jost Westphael, Drost zu Büren, ihr sämtliches Gut und das Kirchenlehen zu Dorsell. (Ausgestellt durch Edelherr Simon zur Lippe v. 1308 August 20)
Mem. Cop. Nr. 137 (Bruns A 325)
1519
Äbtissin Dorothea und der Konvent des Klosters Holthausen quittieren Jost Westphael, Drost zu Büren, den Empfang von 100 Goldgulden für ihr Gut zu Dorsele.
Mem. Cop. Nr. 137 (Bruns A 325)
1523
Wegen der Dorsler Mark soll unverzüglich durch Frende ein Vergleich geschlossen werden. Jaspar und Jost Westfal geloben in Anwesenheit von Johann, Jaspers Sohn, den Vergleich zu halten.
Mem. Cop. Nr.142 ( Bruns A330)
1526
Die Gf. zu Waldeck
belehnen das Kloster Dalheim mit einem Hof und fünf Hufen Landes zu Dorsel (Dorssell oder Dorßell ) mit einer Scheune und zwei Kotten.
Dalheimer UB Nr. 351 — Dalheimer Urk. 311
Bem.: Diese Waldeck’schen Angaben wiederholen sich in den Jahren 1431, 1526, 1542, 1576, 1578, 1580, 1599, 1665, 1670, 1694, 1707, 1708, 1753, 1764 und 1784, so dass dieser Waldeckerhof in Dorslon über einen Zeitraum von 353 Jahren nachzuweisen ist.
Dalheimer UB von H. Müller
14. Mai 1576
Johann von Hanxleden
stellt Graf Wolrad dem Älteren von Waldeck, der seinen Enkel Wilhelm Jost und Rabe Westphal mit dem Zehnten in Dorsle belehnt hat, den Revers aus.
Originaldatierung: 1576 Mai 14
Ausstellungsort: Korbach
Vermerke: (Voll) Regest
Formalbeschreibung: Original, Pergament, beschädigt, Deutsch, 1 anhängendes Siegel fehlt
22. Sept. 1578
Johann von Hanxleden
stellt Graf Philipp dem Jüngeren von Waldeck, der seine Enkel Wilhelm Jost und Rabe Westphal mit dem Zehnten in Dorsle belehnt hat, den Revers aus.
Originaldatierung: 1578 September 22
Ausstellungsort: Mengeringhausen
Vermerke: (Voll) Regest
Formalbeschreibung: Original, Pergament, Deutsch, 1 anhängendes Siegel
31. Okt. 1580
Johannes Osterholt
als Bevollmächtigter der zwei Söhne des verstorbenen Lubert Westphal, Wilhelm Jost und Rabe zu Fürstenberg, stellt Franz, Grafen von Waldeck, einen Revers aus über den Zehnten zu Dorsle, den er von ihm laut inserierten Lehnbriefs zu Lehen für sie bekommen haben.
Originaldatierung: 1580 Oktober 31
Ausstellungsort: Corbach
Vermerke: (Voll) Regest
Formalbeschreibung: Original, Pergament, Deutsch, 1 anhängendes Siegel des Ausstellers
1597
Wilhelm Jost und Raven Westphall, Paderbornischer Rat und Hofmeister, alle Drosten zum Wünnenberg und Supprior und Konvent des Klosters Dalheim, einigen sich um Originalurkunden über Güter zu Dorslon, dass das Kloster sie gegen eine Summe (1.100 Taler) übergibt.
Mem. Cop. Nr.174 (Bruns A 368)
17. Jh.
1617
Nachdem am 1. Mai 1615 die ganze Dorfschaft Fürstenberg im grund klein verbrandt zu aschen worden und die Vettern und Brüdern Westphalen zu Fürstenberg für gut erachteten, dass die Hälfte der Einwohner in Dosell bauen sollte, um aller künftigen Gefahr zu begegnen, die Hausleute und Untertanen aber nicht fortziehen wollen, zudem die Westphalen zu Dosell wo früher ein Dorf lag, viele Ländereien und Äcker besitzen, die jetzt nicht benutzt werden können, haben sie folgendes festgesetzt: Sie wollen in Dosell 8 Häuser auf ihre Kosten errichten und redlichen Leuten gegen Dienst und Pflicht ausgeben; die Bauplätze wollen sie demnächst festlegen.
Mem. Cop. Nr. 185 (Bruns A 383)
3. März 1601
Wilhelm Jost und Rabe Westphal, Gebrüder
stellen Simon, Grafen zur Lippe und Georg, Grafen von Erbach, als Vormündern der Grafen Christian und Wolrat von Waldeck einen Revers aus über den Zehnten zu Dorsle im Sendtfeld, den sie von ihm laut inserierten Lehnbriefs zu Lehen bekommen haben.
Originaldatierung: 1601 März 03
Ausstellungsort: Corbach
Vermerke: (Voll) Regest
Formalbeschreibung: Original, Pergament, Deutsch, 1 anhängendes Siegel des Georg Bruggeman
27. Aug. 1611
Wilhelm Jost und Rabe Westphal, Gebrüder
stellen Christian, Grafen von Waldeck, einen Revers aus über den Zehnten zu Dorsle am Sendtfeld, den sie von ihm laut inserierten Lehnbriefs zu Lehen bekommen haben.
Originaldatierung: 1611 August 27
Ausstellungsort: Waldeck
Vermerke: (Voll) Regest
Formalbeschreibung: Original, Pergament, Deutsch, mit eigenhändiger Unterschrift des Franz Lüdicke, Bürgers zu Marsberg
26. Juni 1626
Raban Westphal
stellt für sich und seines Bruders Wilhelm Jost Söhne Dietrich und Heinrich Wilhelm Christian, Grafen von Waldeck, einen Revers aus über den Zehnten zu Dorsle am Sendtfelde, den sie laut inserierten Lehnbriefs vom 14. Oktober 1625 zu Lehen bekommen haben.
Originaldatierung: 1626 Juni 26
Ausstellungsort: Fürstenberg
Vermerke: (Voll) Regest
Formalbeschreibung: Original, Pergament, Deutsch, 1 anhängendes Siegel des Ausstellers
3. Juli 1633
Raban Wilhelm Westphal
stellt Christian, Grafen von Waldeck, einen Revers aus über den Zehnten zu Dorsle am Sendtfelde, den er von ihm laut inserierten Lehnbriefes zu Lehen bekommen hat.
Originaldatierung: 1633 Juli 03
Ausstellungsort: Waldeck
Vermerke: (Voll) Regest
Formalbeschreibung: Original, Pergament, Deutsch, 1 anhängendes Siegel des Bernhard Becker
5. Jan. 1639
Wolrat, Graf von Waldeck
belehnt Rabe Wilhelm Westphal zu Fürstenberg, seinen Bruder Elmerhaus, sowie seine Vettern Heinrich Wilhelm und Ludwig Hermann mit dem Zehnten zu Dorsle im Sendtfelde.
Originaldatierung: 1639 Januar 05
Ausstellungsort: Arolsen
Vermerke: (Voll) Regest
Formalbeschreibung: Gleichzeitige Kopie, beglaubigt durch Johann Günther Speyrman, not. publ., Papier, Deutsch
22. Aug. 1649
Rabe Wilhelm Westphal
stellt Graf Georg Friedrich von Waldeck, der ihn, Elmerhaus und Heinrich Wilhelm mit dem Zehnten zu Dorsle belehnt hat, den Revers aus; Christoph Hibigen siegelt.
Originaldatierung: 1649 August 22
Ausstellungsort: Arolsen
Vermerke: (Voll) Regest
Formalbeschreibung: Original, Pergament, Deutsch, 1 anhängendes Siegel
27. März 1695, Korbach
Graf Christian Ludwig zu Waldeck und Pyrmont
kaiserl. Kriegshofrat, Generalfeldmarschall und Obrist, Sohn des verstorbenen Grafen Philipp, belehnt, nachdem der Zehnte vor Dorßell am Sintfelde (Send) von Heinrich von Imminghausen heimgefallen war, Graf Philipp den Friedrich von Twiste damit belehnte, der aber zu gunsten des Jobst Westphalen resignierte, den Johann Rabe Westphalen, mit für seine Vettern Caspar Heinrich und Johann Wilhelm, Söhne des Elmerhaus W., und für Anton, Caspar Heinrich und Rabe Wilhelm, Söhne des Dietrich W. mit dem Zehnten vor Dorßell als Mannlehen.
Mem.Cop. Nr.237 (Bruns A442)
18. Jh.
1739 — 46
Hier wurde der Grundstein des Vorwerks Wohlbedacht im ehemaligen Dorslon gelegt.
G. Henkel: Die Wüstungen des Sintfeldes
18. Okt. 1753
(beglaubigt durch Benedictus Holtgreven, Prälat zu Dalheim), genannt werden im einzelnen:
- Der Zehnt zu Boclon (Backelarn)
- Dörfer, Dorfmarschen, Höfe, Hufen, Güter, Äcker, Wiesen, Gewässer, Teiche, Weiden, Holz am Sendfelde bzw. Schnefeld und in der Mark Sirexen
- der Brunsche Hof
- zwei Hufen (Friedrich von Driburgs Erbe)
- einen Hof genannt das Rhode Gut
- ausgenommen zwei Hufen Land zum Kloster Hardehausen gehörig
- der dritte Teil des Dorfes Dorpede
- dritter Teil des Dorfes Aspe
- Teiche, Mühlen, Stätten, Wasser, Wiesen, Weiden, Holz, Äcker zu Odenhusen
- Zehnt auf dem Velsberge
- Gerechtigkeiten zu Nutlon
- der Dickelberg mit der Bleikuhle
- Rodenbreiten
- Scheurenberg
- Unser lieben Frauen Bergen
- Weg von Billinghausen nach Kleinenberg
- Hufen zu Hattepe bzw. der dortige Zehnt, Teiche, Mühlen
- Hof und fünf Hufen Land zu Dorslon (Darsel) mit Scheuern, zwei Kottenstätten
- Hof und Erbe zu Eilern (Ellern), Erbe von den von Harhausen.
- Mutschein für Waldecker Lehen (Unterschrift: Präsident und Regierungsräte des Lehnhofes) nach der Resignation des Priors Westrup für Prior Benedictus Holtgreve zu Dalheim 1753
- Terminfestsetzung des Lehnhofes der fürstl. Waldeckischen Regierung wegen der Mutung der Lehen nach dem Tode des Priors Benedict Holtgreven für den Nachfolger im Amt: Prior Franz Brüll zu Dalheim 1784
- Bescheid des Lehnhofes der fürstl. Waldeckischen Regierung zu Arolsen über die Bedingungen zur Ausstellung eines neuen Lehnbriefes, 1784
- Verzeichnis der vom Kloster Dalheim zu zahlenden Lehnsgebühren
1753
Waldeckische Lehen
Enthält:
- Bescheid zur Festsetzung des Termins für die Erteilung eines Mutscheins von der Waldeckischen Kanzlei (Unterschrift: Johan Scherbaum) 1708
- Abschrift einer Lehnsurkunde des Carl August Friedrich Fürst zu Waldeck
17. März 1765
Johann Franz Wilhelm Westphalen
stellt der Fürstin-Witwe Christiane von Waldeck, als Vormünderin des Fürsten Friedrich von Waldeck, seinen Lehnrevers aus über den Zehnten vor Dorsle. Der Lehnsbrief von demselben Datum ist inseriert.
Originaldatierung: 1765 März 07
Ausstellungsort: Arolsen
Vermerke: (Voll) Regest
Formalbeschreibung: Original, Papier, Deutsch, 1 aufgedrücktes Siegel
1784
Gf. Otto von Waldeck
belehnt weiterhin (siehe ab 1431) das Kloster Dalheim mit den früher Kloster Corvey zustehenden Besitzungen, und zwar ein Hof, fünf Hufen Landes zu Dorszele, mit einer Scheune und zwei Kotten.
Dalheimer UB Nr. 172 — Dalheimer Urk. 161
1800
In diesem Jahr wurde das Vorwerk durch ein Wohnhaus und eine Scheune ergänzt.
Anmerkung
Durch Schenkungen ab 1429 gelangen größere Besitzungen in Dorslon an das Kloster Dalheim, aber auch die ab 1446 in Fürstenberg ansässigen Herren von Westfalen vermehren ihren Besitzanteil und ein beachtlicher Teil der Dorsloner Gemarkungen geht in deren Besitz über. Durch nicht durchschaubare Machenschaften sind am Ende die Dorsloner Besitzungen auf drei Gruppen verteilt. Anteile daran haben dann nur noch derer von Waldeck, derer von Westfalen und Kloster Dalheim, dessen Besitz aber ab 1803, im Jahre der Aufhebung (Säkularisation) verstaatlicht wird.
Univ. Ob. Präparator i. R.
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