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2026/​09 — Thuris­loun – Durslon – Burg Altenfels (Cas­trum Aldenviles)

Quellen, Min­is­te­ri­alen, Boyneb­urg­er und Forschungs­geschichte

826 — 876

Erste Erwäh­nung von Thuris­loun

In den Cor­vey­er Tra­di­tio­nen erscheint erst­mals der Ort Thuris­loun. Genan­nt wer­den:

  • Hado in Sta­lo
  • Berndag
  • Wendil­dac
  • Wulfhard
  • Ody
  • Wyt­suit
  • Merio
  • Wal­do­nis

Über­tra­gen wer­den Besitzun­gen und Güter an das Kloster Cor­vey. Damit begin­nt die urkundlich fass­bare Geschichte des früh­ern Altenfels u. späteren Durslon.

Eine Cur­tis und Burg bei Brilon: Seib. Quellen Bd. 3,
siehe 

Beiträge » Dorslon­er Nachricht­en

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    Thuris­louner u. Dorslon­er Adels-Stamm
  • 2026/​07
    Dorslon­er Hof- und Landbe­sitzer
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    Die Dorslon­er Ver­wandtschaft in Mars­berg und
    umliegen­den Raum
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Karte des Deutschen Reich­es Brilon (1904)

um 870 — 952

Die Hahold-Fam­i­lie und Geseke

Hahold III. von Sach­sen gilt als früher Vertreter der Hahold-Sippe.

Sein Sohn Hahold IV. von Sach­sen wird Mit­be­grün­der des Damen­stiftes Geseke.

946

Grün­dung des Damen­stiftes Geseke

durch:

  • Hahold IV.
  • Brun
  • Friedrich
  • Wich­burg

Wich­burg wird erste Äbtissin.

952

Otto I. bestätigt die Stiftung.

986

Wigswid von Sach­sen wird urkundlich als Ven­er­a­bilis Abbatis­sa Wigswid beze­ich­net. 

Nach H. D. Töns­mey­er ste­ht sie mit Besitzun­gen oder Schenkun­gen in Thuris­loun in Verbindung. Damit wird Thuris­loun erneut urkundlich greif­bar.

1050 — 1107

Die Boyneb­urg­er Herrschaft

Siegfried III. von Boyneb­urg

  • Graf von Boyneb­urg
  • Ange­höriger des Haus­es Northeim
  • Vogt von Cor­vey
  • Besitzer der Boyneb­urg 
  • Besitzer der Burg Altenfels

Unter sein­er Herrschaft liegt Durslon im Ein­fluss­bere­ich Cor­veys und der Boyneb­urg­er.

1106 — 1128

Die Her­ren­höfe von Thurslen

Bere­its vor der ersten Nen­nung der Min­is­te­ri­alen berichtet eine Quelle, die später von Kin­dlinger veröf­fentlicht wurde:

duo domini­calia unum in Thurslen
(zwei Her­ren­höfe)

Dies ist von beson­der­er Bedeu­tung.

Ein domini­cale war kein gewöhn­lich­er Bauern­hof, son­dern ein unmit­tel­bar herrschaftlich ver­wal­teter Her­ren­hof.

Durslon war somit bere­its Anfang des 12. Jahrhun­derts ein lokaler Herrschaftsmit­telpunkt.

Die Bedeu­tung der Her­ren­höfe

Die Her­ren­höfe von Thurslen zeigen:

  • Durslon war kein unbe­deu­ten­der Weil­er.
  • Es bestand eine organ­isierte Grund­herrschaft.
  • Die Besitzun­gen standen wahrschein­lich im Zusam­men­hang mit Cor­vey und den Boyneb­urg­ern.
  • Hier liegt ver­mut­lich die Grund­lage für die späteren Min­is­te­ri­alen von Durs­lo.

1095 — 1144

Siegfried IV. und der Herrschaft­sraum Durslon bis Altenfels bei Brilon

Siegfried IV. von Boyneb­urg und Hom­burg war ein­er der mächtig­sten Adeli­gen sein­er Zeit. 

Er war Vogt von:

  • Kloster Cor­vey
  • Kloster Burs­felde
  • Kloster Hel­mar­shausen

Zu seinem Besitz gehörten:

  • Boyneb­urg
  • Hom­burg
  • Kruken­burg
  • Altenfels

Diese Bur­gen dien­ten wahrschein­lich als Ver­wal­tungs- und Herrschaft­sorte, an denen sich der Graf mit seinen Min­is­te­ri­alen und Untergebe­nen traf.

1144

Tod Siegfrieds IV.

Mit ihm endet die männliche Lin­ie des Haus­es Northeim.

1144

Die Min­is­te­ri­alen von Durs­lo

Bere­its vor Kin­dlinger veröf­fentlichte Franz Domini­cus Häber­lin im Jahr 1764 in den Analec­ta medii aevi ad illus­tran­da jura et res Ger­man­i­cas Hin­weise auf Oldenvils/​Aldenvels (Altenfels).

Im Allo­di­alverze­ich­nis Siegfrieds IV. erscheinen:

  • Hein­ri­cus de Durs­lo
  • Wen­del­hardus de Durs­lo
  • Ric­nant de Durs­lo dessen Söhne die das selbe Lehn des Grafen Siegfried IV von Northeim innehaben 

Hein­ri­cus de Durs­lo, Wen­del­hardus de Durs­lo, Ric­nant de Durs­lo min­is­te­ri­alis cujus fil­ie benefi­cum tenent ejus­dem.

Gle­ichzeit­ig wird erst­mals die Burg Altenfels erwäh­nt.

Die Quelle zeigt:

  • Die Min­is­te­ri­alen standen im Dienst Siegfrieds IV.
  • Sie gehörten zum Herrschaftsver­band Durslon–Altenfels.
  • Sie erscheinen als gehobene Dien­stleute und lokale Herrschaft­sträger.

Die Verbindung zu den Her­ren­höfen von Thurslen.

1145 — 1150

Judith von Northeim

Halb­schwest­er Siegfrieds IV.

um 1179 — 1180

Altenfels und die Rit­ter von Durslon

Zer­störung der Ost­burg Altenfels.

Wahrschein­lich­er Zusam­men­hang mit den Kämpfen zwis­chen Friedrich I. Bar­barossa und Hein­rich dem Löwen.

1210 — 1228

Urkundlich erscheinen:

  • Andreas de Durslon miles
  • Con­ra­dos de Durslon miles

Sie hal­ten sich in der Vil­la Horhusen auf.

Wahrschein­lich ste­hen sie in der Tra­di­tion der älteren Min­is­te­ri­alen von Durs­lo.

1229

Die Bürg­er von Horhusen/​Niedermarsberg beschließen einen Neuan­fang auf dem Berg­plateau.

Es begin­nt der Aus­bau von Ober­mars­berg.

Als erstes entste­hen dauer­hafte Befes­ti­gun­gen.

Andreas und Con­ra­dos de Durslon dürften zu den beteiligten Burgman­nen und Rit­tern gehört haben.

1294

Altenfels im Spät­mit­te­lal­ter

Siegfried von West­er­burg dankt den Bürg­ern von Brilon für ihre Hil­fe beim Wieder­auf­bau der Burg Altenfels.

Urkun­den­text:
Con­sulibus et opi­da­nis de Bry­lon uni­ver­sis, quia edi­fi­ca­tioni et struc­ture Cas­tri nos­tri Alden­vels …

Damit ist belegt:

  • Altenfels bestand weit­er­hin.
  • Die Burg wurde wieder­aufge­baut.
  • Die Brilon­er halfen beim Wieder­auf­bau der West­burg.

1298

Wig­bold von Holte überträgt Altenfels an:

  • Stephan von Horhusen
  • Con­rad von Horhusen

1307

Hein­rich II. von Virneb­urg erlässt eine Land­frieden­sor­d­nung.

1325 — 1326

Weit­ere Erwäh­nun­gen der Burgmän­ner von Altenfels. 

Die Burg bleibt Teil der köl­nis­chen Gren­zsicherung.

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Die His­torik­erde­bat­te um Altenfels

1764

Häber­lin

Franz Domini­cus Häber­lin veröf­fentlichte bere­its vor Kin­dlinger Hin­weise auf Oldenvils/​Aldenvels.

1793

Kin­dlinger

Niko­laus Kin­dlinger druck­te die wichtige Nachricht:

duo domini­calia unum in Thurslen

und machte damit die Her­ren­höfe von Durslon bekan­nt.

1832

Schrad­er

Lud­wig Schrad­er unter­suchte in Die älteren Dynas­ten­stämme (Bd. I, S. 122 und 197–199) die Herrschaftsver­hält­nisse der Boyneb­urg­er.

Nach Seib­ertz kam Schrad­er der Wahrheit über den Stan­dort von Altenfels am näch­sten.

Gru­pen

Johann Daniel Gru­pen entwick­elte eigene The­o­rien über Altenfels.

Seib­ertz hielt diese jedoch für nicht aus­re­ichend belegt.

1839

Seib­ertz

Johann Suib­ert Seib­ertz wertete die älteren Quellen kri­tisch aus und schuf die Grund­lage für die spätere Altenfels-Forschung.

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Mod­erne Archäolo­gie

1968

Spren­gung der West­burg

Die West­burg wurde durch voran­schre­i­t­ende Stein­bruchar­beit­en wider­rechtlich durch Spren­gung um 1968 zer­stört. Ange­blich die Arbeit­splätze sich­ern, aber die Finanzelle Raf­fgi­er war auss­chlaggebend. Somit blieb nur noch die Ost­burg übrig, die behörtlich­er­seits gesichert und unter­sucht wurde.

2003 — 2004

Son­ja Herzig

unter­suchte die Anlage archäol­o­gisch. 

Die Grabun­gen ermöglicht­en die Rekon­struk­tion des Kirchen­grun­driss­es.

Damit wurde erst­mals durch archäol­o­gis­che Befunde bestätigt, dass auf Altenfels eine bedeu­tende mit­te­lal­ter­liche Anlage mit Kirche oder Kapelle bestanden hat.

Die mod­er­nen Grabun­gen stützen damit zahlre­iche Beobach­tun­gen von Schrad­er und Seib­ertz.

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Gesamtergeb­nis

Die bish­er bekan­nten Urkun­den, die Arbeit­en von Häber­lin, Kin­dlinger, Schrad­er und Seib­ertz sowie die Grabun­gen von Son­ja Herzig ergeben zusam­men ein bemerkenswert geschlossenes Bild:

  • Thuris­loun ist seit dem 9. Jahrhun­dert belegt.
  • In Thurslen bestanden spätestens um 1106–1128 herrschaftliche Höfe.
  • 1144 erscheinen die Min­is­te­ri­alen von Durs­lo und die Burg Altenfels.
  • Andreas und Con­ra­dos de Durslon set­zen die Über­liefer­ung im 13. Jahrhun­dert fort.
  • Altenfels bleibt bis ins 14. Jahrhun­dert ein bedeu­ten­der Herrschaftsmit­telpunkt.
  • Die mod­erne Archäolo­gie bestätigt die his­torische Über­liefer­ung.
  • Durslon und Altenfels bilde­ten einen gemein­samen Herrschafts- und Ver­wal­tungsraum der Boyneb­urg­er Grafen und ihrer Dorslon­er Min­is­te­ri­alen.
  • Univ. Ob. Prä­para­tor i. R.

    Autoren­seite

    Impres­sum

    Arbeits­ge­mein­schaft für Fam­i­lien­forschung, Orts- und Lan­deskunde

    Anschrift: E.W. und R. Dörscheln, Paul Klee Weg 121, 48165 Mün­ster

    Redak­tion: Regi­na Dörscheln

    Jed­er Beitrag, der hier veröf­fentlicht wird, gilt als Manuskript-Veröf­fentlichung, so daß auch jed­er Ver­fass­er für seinen Beitrag selb­st ver­ant­wortlich zeich­net.

    Nur mit Genehmi­gung des Ver­fassers und mit Quellen-Angabe ist der Nach­druck ges­tat­tet. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

    Die Beiträge zur Fam­i­lien­forschung wer­den ehre­namtlich zur Veröf­fentlichung gebracht.