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2026/​10 — de Dorsle Domher­ren und de Dorsle Knap­pen

Die zusam­mengestell­ten Angaben lassen sich bere­its recht gut zu ein­er geneal­o­gisch-his­torischen Über­sicht der Fam­i­lie de Dorsle (14.–15. Jahrhun­dert) ord­nen. Dabei treten zwei Lin­ien deut­lich her­vor:

  • die geistliche Lin­ie (Domherren/​Kanoniker in Hildesheim)
  • die weltliche Rit­ter- bzw. Knap­pen­lin­ie

Die Fam­i­lie de Dorsle im 14. Jahrhun­dert

um 1275 — vor 1362

Lam­brecht (Lam­precht) van Dorsle

Stam­m­vater

  • geboren um 1275
  • vor 1362 ver­stor­ben
  • ver­heiratet mit ein­er Tochter aus dem Geschlecht von Reck­ling­hausen

um 1277 -

N. von Reck­ling­hausen

Ehe­frau des Stam­m­vaters

  • geboren um 1277
  • Tochter von Florin I. von Reck­ling­hausen und ein­er Frau von Driburg
  • Florin I. von Reck­ling­hausen
    - geboren um 1245
    - Reli­gion: kath. 
    - gestor­ben nach 1306
    - urk. 1264–1306
    - 1265 Knappe
    - 1273 Rit­ter
    - Marschall des Stiftes Cor­vey
    - Sohn von Diet­rich I. von Reck­ling­hausen
    - Ver­heiratet mit N von Driburg

Diese Verbindung zeigt, dass die Fam­i­lie de Dorsle zum nieder­west­fälis­chen Nieder­adel gehörte und mit bedeu­ten­den Adels­fam­i­lien ver­net­zt war.

War­burg­er Stammtafel Bd 43/​44 Tafel 211 u. s130 Erk­lärung

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Die vier bekan­nten Söhne

Gherde (Ger­hard) van Dorsle

  • Domherr (Kanon­iker) in Hildesheim
  • Urkundlich 1358–1362

UB des Hochs­tiftes Hildesheim Fün­fter Teil

Con­ra­do (Kon­rad) van Dorsle

  • Kanon­iker in Hildesheim
  • Urkundlich 1358–1362

Cord van Dorsle

  • Domherr in Hildesheim
  • Urkundlich 1360

Bertold (Berthold) van Dorsle

  • zunächst Domherr in Hildesheim (1362)
  • später Knappe
  • ver­heiratet mit Guda
  • urkundlich 1372–1373

Urk. Kl. Abd­ing­hof U318 von 1373

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Die Hildesheimer Domher­ren

1358

Im Urkun­den­buch des Hochs­tifts Hildesheim erscheinen:

  • Gherde van Dorsle
  • Con­ra­do van Dorsle

als Zeu­gen.

Lateinis­ch­er Text:
Con­ra­do de Dorsle et Bertol­do de Erwordis­sen canon­i­cis monas­terii sanc­ti Mauricii extra muros Hildese­menses.

Über­set­zung:
Kon­rad von Dorsle und Bertold von Erwordis­sen, Kanon­iker des außer­halb der Hildesheimer Stadt­mauern gele­ge­nen Stifts St. Mau­ri­tius.

1360

Cord van Dorsle erscheint als Domherr zu Hildesheim.

Er ver­wal­tet treuhän­derisch Renten­zahlun­gen aus Höx­ter.

1362

Bertold van Dorsle wird aus­drück­lich genan­nt als:

„Domherr, Sohn des ver­stor­be­nen Lam­brecht van Dorsle.“

Damit ist die famil­iäre Zuord­nung gesichert.

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Bertold van Dorsle – Wech­sel vom Geistlichen zum Knap­pen

Bertold ist beson­ders inter­es­sant: Er war zunächst Domherr, später ließ er sich offen­bar von seinen geistlichen Verpflich­tun­gen ent­binden und trat wieder in den weltlichen Stand über.

1372 erscheint er bere­its als “Bertold van Dorsle, Knappe”.

Dies war damals nicht ungewöhn­lich, da jün­gere Adelssöhne häu­fig zunächst eine geistliche Lauf­bahn ein­schlu­gen.

Das Wap­pen der Dorslon­er Rit­ter und Knap­pen (auf dem Helm ein zusam­men­gelegter Flug) wurde nach der Vor­lage des obi­gen Siegels ent­wor­fen.

1372

Bürgschaft

Bertold tritt als Bürge auf.

Gemein­sam mit:

  • Amelung von Reck­ling­hausen
  • Her­mann von Mengersen

bürgt er für eine Renten­ver­schrei­bung.

Er siegelt mit eigen­em Siegel.

Dies zeigt seine volle Anerken­nung als Ange­höriger des Rit­ter­standes.

27. Okto­ber 1373

Ehe­frau Guda

Bertold van Dorsle und seine Frau Guda verkaufen drei Mark Sil­bergeld.

Bei­de siegeln die Urkunde.

Die Herkun­ft Gudas ist nicht völ­lig gesichert.

Eine Zuge­hörigkeit zur Fam­i­lie von Reck­ling­hausen wird ver­mutet, ist aber bish­er nicht ein­deutig belegt.

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Die Knap­pen Bernd und Hartwig von Dorsle

1386

Die Brüder

  • Bernd von Dorsle
  • Hartwig von Dorsle

sowie

  • Else, Ehe­frau des Hartwig

verkaufen ihren Anteil am Zehn­ten zu Dorsle.

Lehn­sh­err:

  • Her­bord von Brobecke

Dies beweist, dass die Fam­i­lie weit­er­hin Besitzrechte in Dorsle besaß.

1388

Bernd und Hartwig verkaufen den Duvelshof zu Dorsle an Gese Gutyn­ges aus Mars­berg.

Der Verkauf erfol­gt mit Wiederkauf­s­recht.

1409

Her­bord von Brobecke verpfän­det den von den Brüdern Bernd und Hartwig von Dorsle ererbten Duvelshof.

Genan­nt wer­den:

  • Duvelshof
  • eine zehnt­freie Hufe Land
  • weit­ere Besitzun­gen zu Dorslon

Dies ist zugle­ich ein Hin­weis darauf, dass die Dorsle-Lin­ie dort allmäh­lich aus dem direk­ten Besitz auss­chei­det.

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Vere­in­fachte Stam­müber­sicht

  • Lam­brecht (Lam­precht) van Dorsle
    (* um 1275, † vor 1362)
    ∞ N. von Reck­ling­hausen (* um 1277)
    • Gherde van Dorsle
      Domherr Hildesheim (1358–1362)
    • Con­ra­do van Dorsle
      Kanon­iker Hildesheim (1358–1362)
    • Cord van Dorsle
      Domherr Hildesheim (1360)
    • Bertold van Dorsle
      Domherr (1362)
      später Knappe (1372–1373)
      Guda

Spätere Ver­wandtschaft (wahrschein­lich näch­ste Gen­er­a­tion)

  • Bernd van Dorsle
  • Hartwig van Dorsle
    Else

Geneal­o­gis­che Bedeu­tung

  1. Die Fam­i­lie de Dorsle gehörte ein­deutig zum west­fälis­chen Nieder­adel.
  2. Es bestanden Verbindun­gen zu den Fam­i­lien von Reck­ling­hausen, von Driburg, von Mengersen und von Brobecke.
  3. Die Fam­i­lie stellte mehrere Domher­ren in Hildesheim.
  4. Der Ort Dorsle/​Dorslon war tat­säch­lich Stamm­sitz und Namensge­ber der Fam­i­lie.
  5. Ab Ende des 14. Jahrhun­derts begin­nt offen­bar der Über­gang bzw. das Ver­schwinden der adeli­gen Lin­ie aus dem direk­ten Besitz.

Mit­glieder der Fam­i­lie Dorsle in den USA

  • 1833
    Ban­hard DORSLE
    Wilkes Barre, Luzerne, Penn­syl­va­nia 
  • 29 Jun 1860
    Mary Anna DORSLE
    Saint Josephs, Saint Joseph, Buchanan, Mis­souri
    • Vater
      John DORSLE
    • Mut­ter
      Anna WALSH
  • Univ. Ob. Prä­para­tor i. R.

    Autoren­seite

    Impres­sum

    Arbeits­ge­mein­schaft für Fam­i­lien­forschung, Orts- und Lan­deskunde

    Anschrift: E.W. und R. Dörscheln, Paul Klee Weg 121, 48165 Mün­ster

    Redak­tion: Regi­na Dörscheln

    Jed­er Beitrag, der hier veröf­fentlicht wird, gilt als Manuskript-Veröf­fentlichung, so daß auch jed­er Ver­fass­er für seinen Beitrag selb­st ver­ant­wortlich zeich­net.

    Nur mit Genehmi­gung des Ver­fassers und mit Quellen-Angabe ist der Nach­druck ges­tat­tet. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

    Die Beiträge zur Fam­i­lien­forschung wer­den ehre­namtlich zur Veröf­fentlichung gebracht.