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2026/​09 — Stel­lung­nahme zur zeit­gle­ichen Über­liefer­ung des Fam­i­li­en­na­mens Dörseln in West­falen und Sach­sen

Die bei­den vor­liegen­den Stam­müber­sicht­en zur Fam­i­lie Dörseln weisen einen bemerkenswerten geneal­o­gis­chen Befund auf. Sowohl im west­fälis­chen Raum um Rön­sahl als auch im säch­sis­chen Schön­born erscheint der sel­tene Fam­i­li­en­name Dörseln nahezu gle­ichzeit­ig in den schriftlichen Quellen des späten 16. Jahrhun­derts.

Für Schön­born in Sach­sen ist bere­its Bas­t­ian Dörseln im Jahre 1585 nachgewiesen. Es fol­gen Peter Dörseln (1618), Johannes Dörscheln, Richter zu Schön­born (1659), sowie weit­ere Ange­hörige der Fam­i­lie bis zum Ende des 18. Jahrhun­derts.

Im west­fälis­chen Kirch­spiel Rön­sahl begin­nt die über­lieferte Stamm­rei­he mit Johannes zu Dörseln genan­nt Klein­jo­hann, geboren um 1590, der als Land­schöffe ein ange­se­henes Amt bek­lei­dete. Ihm fol­gen mehrere Gen­er­a­tio­nen von Erb­sassen und Land­wirten auf den Höfen Dörseln, Gli­eten­berg, Auf’n Löh und Dan­nen­berg. Diese Lin­ie lässt sich bis in das 19. Jahrhun­dert lück­en­los ver­fol­gen.

Die zeitliche Nähe der ersten urkundlichen Nen­nun­gen ist auf­fäl­lig. Zwis­chen dem früh­esten bekan­nten Nach­weis in Sach­sen (1585) und dem ältesten bekan­nten Vertreter der west­fälis­chen Stamm­rei­he (1590) liegen lediglich wenige Jahre. Da es sich bei Dörseln um einen außeror­dentlich sel­te­nen Fam­i­li­en­na­men han­delt, ver­di­ent dieser Befund beson­dere Beach­tung.

Hinzu kommt, dass sich in bei­den Regio­nen eine ver­gle­ich­bare Entwick­lung der Namenss­chrei­bung beobacht­en lässt. Aus der älteren Form Dörseln entste­hen im Laufe der Zeit die Schreib­weisen Dörschel und schließlich Dörscheln. Solche Verän­derun­gen entsprechen der regionalen Sprachen­twick­lung und der unein­heitlichen Schreib­weise früher­er Jahrhun­derte. Sie stellen keinen Beweis für unter­schiedliche Fam­i­lien dar, son­dern spiegeln vielmehr die his­torische Entwick­lung der deutschen Schrift­sprache wider.
Nach dem heuti­gen Forschungs­stand lässt sich jedoch keine direk­te ver­wandtschaftliche Verbindung zwis­chen der west­fälis­chen und der säch­sis­chen Lin­ie urkundlich nach­weisen. Eben­so wenig kann eine solche Verbindung aus­geschlossen wer­den. Die vorhan­de­nen Quellen erlauben lediglich die Fest­stel­lung, dass zwei Lin­ien des­sel­ben sel­te­nen Fam­i­li­en­na­mens nahezu zeit­gle­ich in ver­schiede­nen Regio­nen Deutsch­lands auftreten.

Für die weit­ere Forschung erscheint es daher sin­nvoll, die Zeit vor 1585 ver­stärkt zu unter­suchen. Beson­ders wichtig wären Urkun­den des 15. und frühen 16. Jahrhun­derts, Steuerlis­ten, Gerichts­büch­er, Lehn­sreg­is­ter, Kirchen­büch­er sowie Besitz- und Wan­derungsnach­weise. Erst durch solche Quellen kön­nte gek­lärt wer­den, ob bei­de Lin­ien auf einen gemein­samen Ursprung zurück­ge­hen oder ob sich der Fam­i­li­en­name unab­hängig voneinan­der in ver­schiede­nen Regio­nen erhal­ten hat.

Zusam­men­fassend ist festzustellen, dass die nahezu gle­ichzeit­ige Über­liefer­ung des Namens Dörseln in West­falen und Sach­sen einen bemerkenswerten und forschungswürdi­gen Sachver­halt darstellt. Auf­grund der Sel­tenheit des Namens ist ein gemein­samer Ursprung dur­chaus denkbar. Ein geneal­o­gis­ch­er Nach­weis kann jedoch erst dann als gesichert gel­ten, wenn entsprechende zeit­genös­sis­che Urkun­den eine Verbindung zwis­chen bei­den Lin­ien ein­deutig bele­gen.

Schön­born Sach­sen

  • Bas­t­ian Dörseln 
    • in Schön­born
    • *1585
  • Peter Dörseln
    • in Schön­born
    • *1618
  • Johannes Dörscheln
    • Richter zu Schön­born
    • *1659
  • Got­tfried Dörschel
    • in Schön­born
    • *1709
  • Hans Dörscheln
    • *1714/​1716 (Stamm­baum)
    • Hat laut Urkun­de­hin­weis 1733 gelebt
    • siehe Abb.
  • Chris­t­ian Dörschel
    • in Schön­born
    • *1750
    • Sächs. Haupt­staat­sarchiv Dres­den, Ger. Buch. Großen­hain Nr. 179, siehe Abb.
  • Got­t­lob Dörschel 
    • in Schön­born
    • *1796
    • Staat­sarchiv Dres­den nr. 28, siehe Abb.

Stamm­baum Dörseln West­falen

  • Johannes zu Dörseln gnt. Klein­jo­hann
    • Land­schöffe in Rön­sahl
    • *1590 +1665
  • Johannes von Dörseln der Ältere
    • Land­wirt und Erb­sasse
    • bei Rön­sahl 
    • *1603 +1673
  • Johannes von Dörseln der Jün­gere
    • Land­wirt und Erb­sasse
    • *1625 +1698
    • Heirat
      • Ger­traud zu Dörseln
      • bei Rön­sahl
      • *1631 +1691
  • Johannes von Dörseln zu Gli­eten­berg
    • *1655 +1728
  • Wil­helm Dörseln
    • Land­wirt ‚Gli­eten­berg
    • *1691 + 1766
  • Johann Wil­helm Dörseln
    • Land­wirt Auf’m Löh
    • *1725 +1795
  • Johann Chris­t­ian Dörscheln
    • Land­wirt zu Löh und Dan­nen­berg
    • *1770 +1847

Abbil­dun­gen

Exkur­sion zum Hof Dörschel in Schönborn/​Sachsen am 04.09.1990

Sächs. Haupt­staat­sarchiv Dres­den, Ger. Buch. Großen­hain

Lit­er­atur

  • Weit­ere Infos von Erhard Loogk Schön­born 1998
  • Exkur­sion zum Hof Dörschel in Schönborn/​Sachsen am 04.09.1990
    • Mar­tin Dörschel, z. d. Zt. 94 Jahre alt
  • Beiträge 
    • Beiträge zur Fam­i­lien­forschung 
      • 1994/​02 — Spuren an der säch­sisch- schle­sis­chen Gren­ze sowie im Rigis­chen Raum
      • 2002/​06 — Der Stammhof Dörscheln in Dörscheln in ver­schiede­nen Ansicht­en
    • Der Land­bote 
      • 2026/​04 — Die his­torische Bedeu­tung des Hofes Dörscheln bei Rön­sahl, von der Urzeit bis in die Gegen­wart
  • Stamm­baum der Fam­i­lie Dörseln/​Dörscheln, Otto Less­er, Lüden­scheid August 1948
  • Stammtafeln Dörseln/​Dörscheln West­falen, zusam­mengestellt von Klaus-Dieter Dörscheln und Thomas Dörscheln, 1987ff.
  • Stamm­baum der Fam­i­lie Dörschel/​Dörschel (Sach­sen), zusam­mengestellt von Klaus-Dieter Dörscheln und Thomas Dörscheln, Novem­ber 1991
  • Univ. Ob. Prä­para­tor i. R.

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    Arbeits­ge­mein­schaft für Fam­i­lien­forschung, Orts- und Lan­deskunde

    Anschrift: E.W. und R. Dörscheln, Paul Klee Weg 121, 48165 Mün­ster

    Redak­tion: Regi­na Dörscheln

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