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2026/​12 — Landwehrmann Bern­hard Bauer­feld und seine junge Ehe­frau Anna – Ein Fam­i­lien­schick­sal des Ersten Weltkriegs

Das Infan­terie-Reg­i­ment „Land­graf Friedrich I. von Hes­sen-Cas­sel“ (1. Kurhes­sis­ches) Nr. 81 war ein Infan­terie­ver­band der Preußis­chen Armee.

Am 27. Sep­tem­ber 1866 wurde der Ver­band mit Wirkung zum 30. Okto­ber 1866 als „Infan­terie-Reg­i­ment Nr. 81“ durch Abgaben aufgestellt:

  • das Königs-Grenadier-Reg­i­ment Nr. 7 die 8., 13., 14. Kom­panie
  • die Infan­terie-Reg­i­menter Nr. 47, 58 und 59 jew­eils die 13.–15. Kom­panie

Dazu kamen 21 Offiziere und 520 Mannschaften ehe­ma­liger kurhes­sis­ch­er Sol­dat­en. Ab dem 27. Novem­ber 1867 führte der Ver­band die Beze­ich­nung „1. Hes­sis­ches Infan­terie-Reg­i­ment Nr. 81“.

Nach den über­liefer­ten Ein­satz­plä­nen des Infan­terie-Reg­i­ments befand es sich im Sep­tem­ber 1915 noch in den Stel­lungskämpfen vor Roye und Andechy in der Picardie (Frankre­ich). Erst im Okto­ber wurde es aus der Front her­aus­ge­zo­gen und auf die späteren Kämpfe bei Ver­dun vor­bere­it­et.

Am 16. Mai 1915 befand sich das Infan­terie-Reg­i­ment „Land­graf Friedrich I. von Hes­sen-Cas­sel“ (1. Kurhes­sis­ches) Nr. 81 in den aus­gedehn­ten Schützen­gräben vor Andechy und Roye in Nord­frankre­ich. Seit Monat­en herrschte dort ein erbit­tert­er Stel­lungskrieg. Die Front hat­te sich fest­ge­fahren, und bei­de Seit­en ver­sucht­en durch Artilleriebeschuss, Minen­spren­gun­gen und Stoßtrup­pun­ternehmen Gelän­degewinne zu erzie­len.

Kampf­tag des 16. Mai 1915

Auch an diesem Tag standen die Sol­dat­en unter ständi­gem feindlichem Feuer. Bere­its in den frühen Mor­gen­stun­den beschoss die franzö­sis­che Artillerie die deutschen Gräben. Während des Tages wech­sel­ten sich Gewehrfeuer, Maschi­nengewehrsal­ven und vere­inzelte Granatan­griffe mit kurzen Ruhep­hasen ab. Pio­niere besserten zer­störte Schützen­gräben aus, Meldegänger hiel­ten die Verbindung zwis­chen den Kom­panien aufrecht, und Patrouillen erkun­de­ten in der Nacht das feindliche Vor­feld.

Für die Mannschaften bedeutete der All­t­ag an der Front unun­ter­broch­ene Anspan­nung. Schlamm, Nässe, Kälte und die ständi­ge Gefahr durch Granat­en und Scharf­schützen bes­timmten das Leben im Schützen­graben. Viele Sol­dat­en fie­len nicht nur bei größeren Angrif­f­en, son­dern auch während der täglichen Gefechte des Stel­lungskrieges.

So ver­lief auch der 16. Mai 1915 als ein weit­er­er schw­er­er Kampf­tag an der West­front – ein Tag, der beispiel­haft für die ent­behrungsre­ichen und ver­lus­tre­ichen Monate des Infan­terie-Reg­i­ments Nr. 81 in der Picardie ste­ht.

Bern­hard Bauer­feld diente als Landwehrmann in der 7. Kom­panie des Reserve-Infan­terie-Reg­i­ments Nr. 81. Während eines Stur­man­griffs an der West­front fiel er am 16. Mai 1915 im Alter von etwa 30 Jahren. Die Trauer­anzeige vom 5. Juli 1915, aufgegeben in Hei­de bei Evek­ing, erin­nert an seinen Tod und nen­nt seine näch­sten Ange­höri­gen.

Bern­hard Bauer­feld war mit Anna Wolff ver­heiratet. Aus der Ehe ging die Tochter Hed­wig Bauer­feld her­vor, die am 1. März 1909 in Dorn­werth geboren wurde und am 11. Juni 1932 in Wer­dohl Her­mann Klüp­pel­berg heiratete.

In der Trauer­anzeige wer­den Johan­na Bauer­feld, die Ehe­frau des Bern­hard Bauer­feld, die Fam­i­lie Fr. W. Wolff, die Fam­i­lie Carl Trinkaus, die Fam­i­lie Wil­helm Dörscheln sowie die Fam­i­lie C. Duhme genan­nt. Die Erwäh­nung der Fam­i­lie Wil­helm Dörscheln belegt zugle­ich die enge Verbindung zwis­chen den Fam­i­lien Bauer­feld, Wolff, Dörscheln, Trinkaus und Duhme im Raum Evek­ing und Wer­dohl. Für die Fam­i­liengeschichte der Dörscheln ist diese Trauer­anzeige deshalb ein bedeu­ten­der Nach­weis der ver­wandtschaftlichen Beziehun­gen zu Beginn des 20. Jahrhun­derts.

Das Schick­sal Bern­hard Bauer­felds ste­ht stel­lvertre­tend für die vie­len Fam­i­lien des Sauer­lan­des, die im Ersten Weltkrieg einen Ange­höri­gen ver­loren. Sein Name bleibt als gefal­l­en­er Sol­dat des Reserve-Infan­terie-Reg­i­ments Nr. 81 eben­so in Erin­nerung wie als Teil der weit verzweigten Fam­i­lien Bauer­feld, Wolff, Klüp­pel­berg und Dörscheln.

Abbil­dun­gen

Bern­hard Bauer­feld, Landwehrmann (1884–1915)

Anna Bauer­feld geb. Wolff (1891–1951)

Friedrich Wihelm Wolff, Oberzögelmeis­ter (1849–1935)

Fam­i­lie Wolff

Lit­er­atur

  • Beiträge 
    • Der Land­bote
      • 2003/​26 — Sta­tio­nen im Leben des Friedrich Wil­helm Wolff jun.
      • 2026/​02 — Der Stamm­baum Wulf — Wolf – Wolff
  • Fam­i­lien­daten­bank und Fotos, Thomas Dörscheln
  • Univ. Ob. Prä­para­tor i. R.

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