Das Infanterie-Regiment „Landgraf Friedrich I. von Hessen-Cassel“ (1. Kurhessisches) Nr. 81 war ein Infanterieverband der Preußischen Armee.
Am 27. September 1866 wurde der Verband mit Wirkung zum 30. Oktober 1866 als „Infanterie-Regiment Nr. 81“ durch Abgaben aufgestellt:
- das Königs-Grenadier-Regiment Nr. 7 die 8., 13., 14. Kompanie
- die Infanterie-Regimenter Nr. 47, 58 und 59 jeweils die 13.–15. Kompanie
Dazu kamen 21 Offiziere und 520 Mannschaften ehemaliger kurhessischer Soldaten. Ab dem 27. November 1867 führte der Verband die Bezeichnung „1. Hessisches Infanterie-Regiment Nr. 81“.
Nach den überlieferten Einsatzplänen des Infanterie-Regiments befand es sich im September 1915 noch in den Stellungskämpfen vor Roye und Andechy in der Picardie (Frankreich). Erst im Oktober wurde es aus der Front herausgezogen und auf die späteren Kämpfe bei Verdun vorbereitet.
Am 16. Mai 1915 befand sich das Infanterie-Regiment „Landgraf Friedrich I. von Hessen-Cassel“ (1. Kurhessisches) Nr. 81 in den ausgedehnten Schützengräben vor Andechy und Roye in Nordfrankreich. Seit Monaten herrschte dort ein erbitterter Stellungskrieg. Die Front hatte sich festgefahren, und beide Seiten versuchten durch Artilleriebeschuss, Minensprengungen und Stoßtruppunternehmen Geländegewinne zu erzielen.
Kampftag des 16. Mai 1915
Auch an diesem Tag standen die Soldaten unter ständigem feindlichem Feuer. Bereits in den frühen Morgenstunden beschoss die französische Artillerie die deutschen Gräben. Während des Tages wechselten sich Gewehrfeuer, Maschinengewehrsalven und vereinzelte Granatangriffe mit kurzen Ruhephasen ab. Pioniere besserten zerstörte Schützengräben aus, Meldegänger hielten die Verbindung zwischen den Kompanien aufrecht, und Patrouillen erkundeten in der Nacht das feindliche Vorfeld.
Für die Mannschaften bedeutete der Alltag an der Front ununterbrochene Anspannung. Schlamm, Nässe, Kälte und die ständige Gefahr durch Granaten und Scharfschützen bestimmten das Leben im Schützengraben. Viele Soldaten fielen nicht nur bei größeren Angriffen, sondern auch während der täglichen Gefechte des Stellungskrieges.
So verlief auch der 16. Mai 1915 als ein weiterer schwerer Kampftag an der Westfront – ein Tag, der beispielhaft für die entbehrungsreichen und verlustreichen Monate des Infanterie-Regiments Nr. 81 in der Picardie steht.
Bernhard Bauerfeld diente als Landwehrmann in der 7. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 81. Während eines Sturmangriffs an der Westfront fiel er am 16. Mai 1915 im Alter von etwa 30 Jahren. Die Traueranzeige vom 5. Juli 1915, aufgegeben in Heide bei Eveking, erinnert an seinen Tod und nennt seine nächsten Angehörigen.
Bernhard Bauerfeld war mit Anna Wolff verheiratet. Aus der Ehe ging die Tochter Hedwig Bauerfeld hervor, die am 1. März 1909 in Dornwerth geboren wurde und am 11. Juni 1932 in Werdohl Hermann Klüppelberg heiratete.
In der Traueranzeige werden Johanna Bauerfeld, die Ehefrau des Bernhard Bauerfeld, die Familie Fr. W. Wolff, die Familie Carl Trinkaus, die Familie Wilhelm Dörscheln sowie die Familie C. Duhme genannt. Die Erwähnung der Familie Wilhelm Dörscheln belegt zugleich die enge Verbindung zwischen den Familien Bauerfeld, Wolff, Dörscheln, Trinkaus und Duhme im Raum Eveking und Werdohl. Für die Familiengeschichte der Dörscheln ist diese Traueranzeige deshalb ein bedeutender Nachweis der verwandtschaftlichen Beziehungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Das Schicksal Bernhard Bauerfelds steht stellvertretend für die vielen Familien des Sauerlandes, die im Ersten Weltkrieg einen Angehörigen verloren. Sein Name bleibt als gefallener Soldat des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 81 ebenso in Erinnerung wie als Teil der weit verzweigten Familien Bauerfeld, Wolff, Klüppelberg und Dörscheln.
Abbildungen
Bernhard Bauerfeld, Landwehrmann (1884–1915)




Anna Bauerfeld geb. Wolff (1891–1951)


Friedrich Wihelm Wolff, Oberzögelmeister (1849–1935)


Familie Wolff



Literatur
- Beiträge
- Der Landbote
- 2003/26 — Stationen im Leben des Friedrich Wilhelm Wolff jun.
- 2026/02 — Der Stammbaum Wulf — Wolf – Wolff
- Der Landbote
- Familiendatenbank und Fotos, Thomas Dörscheln
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