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2026/​13 — Der let­zte Land­wirt Dörscheln in Dörscheln

Mit dem Tod von Karl August Dörscheln (27. Mai 1933 – 16. März 2018) endete ein bedeu­ten­des Kapi­tel der Orts- und Fam­i­liengeschichte von Dörscheln bei Rön­sahl. Er war der let­zte Land­wirt mit dem Fam­i­li­en­na­men Dörscheln, der den tra­di­tion­sre­ichen Stammhof sein­er Vor­fahren bewirtschaftete. Damit ging eine über Jahrhun­derte beste­hende Verbindung von Fam­i­li­en­name, Hof und Heimat zu Ende.

Karl August Dörscheln
27. Mai 1933 – 16. März 2018
Stamm­baum 1948 — Auszug

Der Hof selb­st besitzt eine lange Geschichte. Bere­its um 1550 wird er in his­torischen Grund­büch­ern unter den Schreib­weisen „Dörseln“ beziehungsweise „Doerseln“ erwäh­nt. Auf den alten Grund­mauern ließ Johann Friedrich Dörscheln (*7. August 1833), Wagen­schmied und Land­wirt, den heuti­gen Hof um 1879 neu erricht­en. Wenig später wurde die Sche­une ange­baut, sodass der Hof über viele Gen­er­a­tio­nen das wirtschaftliche und famil­iäre Zen­trum der Fam­i­lie Dörscheln blieb.

Karl August Dörscheln führte diese Tra­di­tion als Sohn des Land­wirts Friedrich Wil­helm Dörscheln (*31. März 1900) fort. Doch die gesellschaftlichen Verän­derun­gen des 20. Jahrhun­derts macht­en auch vor diesem alten Fam­i­lien­hof nicht halt. Nach dem Tod sein­er Ehe­frau und infolge eines Schla­gan­falls war eine eigen­ständi­ge Bewirtschaf­tung nicht mehr möglich. Die Land­wirtschaft wurde eingestellt, und die Flächen wur­den ver­pachtet. Eigene Nachkom­men hat­te Karl August Dörscheln nicht. Seine einzige leib­liche Schwest­er, Hel­ga Dörseln, geborene Dörscheln (*8. April 1929, †13. Novem­ber 2019), war damit die let­zte Vertreterin dieser Fam­i­lien­lin­ie.

Mit dem Ende der land­wirtschaftlichen Nutzung ver­schwand nicht nur ein Fam­i­lien­be­trieb, son­dern auch ein Stück lebendi­ge west­fälis­che Kul­turgeschichte. Der Hof Dörscheln ste­ht beispiel­haft für viele tra­di­tion­sre­iche Bauern­höfe, deren jahrhun­derte­lange Fam­i­lienkon­ti­nu­ität durch den gesellschaftlichen Wan­del, den Struk­tur­wan­del in der Land­wirtschaft und den fehlen­den Gen­er­a­tio­nen­wech­sel been­det wurde.

Den­noch bleibt die Geschichte des Hofes Dörscheln von bleiben­der Bedeu­tung. Sie erin­nert daran, wie eng Fam­i­lien, Heimat und Land­wirtschaft über viele Gen­er­a­tio­nen miteinan­der ver­bun­den waren. Der Name Dörscheln wird zwar kün­ftig nicht mehr durch einen Land­wirt auf dem Stammhof vertreten sein, doch die his­torischen Quellen, Karten, Urkun­den und geneal­o­gis­chen Nach­weise bewahren die Erin­nerung an eine Fam­i­lie, die über Jahrhun­derte hin­weg das Leben dieses Ortes mit­geprägt hat.

Ein altes sauer­ländis­ches Gedicht

Der Hof Dörscheln ist deshalb nicht nur ein Zeug­nis der Fam­i­liengeschichte, son­dern zugle­ich ein wertvoller Bestandteil der regionalen Geschichte des märkischen Sauer­lan­des. Seine Über­liefer­ung ver­di­ent es, bewahrt und an kom­mende Gen­er­a­tio­nen weit­ergegeben zu wer­den.

Abbil­dun­gen

Hof Dörscheln in Dörscheln, Exkur­sions­fo­tos vom 06.06.2006

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      • 2002/​06 — Der Stammhof Dörscheln in Dörscheln in ver­schiede­nen Ansicht­en
    • Der Land­bote
      • 2003/​26 — 2005/​01 — Zeit­geschichtliche Sta­tio­nen im Leben eines sauer­ländis­chen Fam­i­lien­stammes von Dörseln zu Dörscheln
      • 2026/​04 — Die his­torische Bedeu­tung des Hofes Dörscheln bei Rön­sahl, von der Urzeit bis in die Gegen­wart
      • 2026/​05 — Die Anfänge der Pul­verindus­trie im Raum Dörscheln und Rön­sahl
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    Anschrift: E.W. und R. Dörscheln, Paul Klee Weg 121, 48165 Mün­ster

    Redak­tion: Regi­na Dörscheln

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