Homepage der Familie Dörscheln

2026/​17 — Stel­lung­nahme zu Spels­berg — Sied­lun­gen und Fam­i­liengeschichte

Die Sied­lun­gen Großen­drescheid und Rem­scheid-Lüt­tring­hausen

1. Ein­leitung

Die Geschichte der Sied­lun­gen Spels­berg und Großen­drescheid zeigt, wie sich die ländlichen Lebens- und Wirtschafts­for­men im Märkischen Land und im Ber­gis­chen Land über mehrere Jahrhun­derte entwick­elt haben. Bei­de Orte sind Beispiele für kleinere Sied­lun­gen, deren Entste­hung und Entwick­lung eng mit der Land­wirtschaft, der Nutzung der Wälder und der regionalen Wirtschaft ver­bun­den waren.

Beson­ders bemerkenswert ist, dass sich in den über­liefer­ten Urkun­den bere­its im 16. Jahrhun­dert Hin­weise auf einzelne Höfe, ihre Besitzer und ihre wirtschaftlichen Rechte find­en. Solche Zeug­nisse sind für die Heimat- und Fam­i­lien­forschung von großem Wert. Sie ermöglichen es, die Geschichte einzel­ner Fam­i­lien mit der Entwick­lung ihrer Wohnorte zu verbinden.

Allerd­ings müssen die bei­den Ort­sla­gen Großen­drescheid und Spels­berg bei Rem­scheid voneinan­der unter­schieden wer­den. Obwohl bei­de den Namen Spels­berg beziehungsweise einen ver­wandten Ort­sna­men tra­gen, han­delt es sich um unter­schiedliche Sied­lun­gen in ver­schiede­nen Land­schaft­sräu­men.

2. Großen­drescheid – ein altes Höhen­dorf im Märkischen Land

Großen­drescheid liegt nord­west­lich des Rahmede­tals zwis­chen Lüden­scheid und Alte­na im heuti­gen Märkischen Kreis. Die Sied­lung ist durch ihre Höhen­lage und ihren ländlichen Charak­ter geprägt.

Die Geschichte des Ortes reicht nach den vor­liegen­den Angaben min­destens bis in das Jahr 1533 zurück. Damals war das alte Erbgut bere­its in vier Höfe aufgeteilt. Sämtliche Höfe besaßen Berech­ti­gun­gen im soge­nan­nten Dick­en­hagen­er Samen­holz. Diese Nutzungsrechte waren für die dama­lige Land­wirtschaft von erhe­blich­er Bedeu­tung.

Die Wälder liefer­ten nicht nur Bau- und Brennholz. Sie dien­ten auch als Wei­de­flächen und waren eine wichtige Grund­lage für die Ver­sorgung der bäuer­lichen Haushalte. Die über­liefer­ten Wal­drechte zeigen, dass die Nutzung gemein­schaftlich­er Ressourcen für die wirtschaftliche Exis­tenz der Hof­be­sitzer eine wichtige Rolle spielte.

Als ältester bekan­nter Besitzer des Erbgutes wird 1533 Johann Grote genan­nt. Im Jahr 1641 geri­et das Gut in Konkurs. Es wurde ver­messen und auf 1462½ Taler geschätzt. Diese Angabe ver­mit­telt einen Ein­druck vom dama­li­gen Wert des Besitzes, wobei die heutige Kaufkraft eines solchen Betrages nicht ohne Weit­eres mit dem his­torischen Wert ver­glichen wer­den kann.

Bemerkenswert ist, dass die Fam­i­lie Grote offen­bar weit­er­hin mit dem Gut ver­bun­den blieb. Im Jahr 1676 wird dort ein Bauer namens Dierich Grote erwäh­nt. Die zeitliche Abfolge legt eine Fort­dauer der famil­iären Verbindung nahe, beweist jedoch für sich allein noch nicht, wie die Besitzver­hält­nisse nach dem Konkurs rechtlich geregelt waren.

Eine wichtige Verän­derung trat 1757 ein: Seit diesem Jahr befind­et sich der Hof nach den vor­liegen­den Angaben im Besitz der Fam­i­lie Spels­berg.

Früher waren die Besitzer land­wirtschaftlich tätig und betrieben zusät­zlich einen Gasthof. Heute ste­hen der Gast­stät­ten- und Hotel­be­trieb im Vorder­grund.

Damit lässt sich an Großen­drescheid ein typ­is­ch­er Wan­del erken­nen: Aus einem land­wirtschaftlich geprägten Hof entwick­elte sich ein Betrieb, dessen wirtschaftliche Grund­lage zunehmend in der Bewirtung und Beherber­gung von Gästen liegt.

3. Spels­berg bei Rem­scheid-Lüt­tring­hausen

Die Hof­schaft Spels­berg bei Rem­scheid liegt auf einem Höhen­rück­en zwis­chen Claren­bach und Grün­der­ham­mer. Sie befind­et sich etwa 239 Meter über Nor­mal­null und liegt rund 50 Höhen­meter ober­halb des Mors­bach­tals.

Während unten im Tal die met­al­lver­ar­bei­t­ende Indus­trie die wirtschaftliche Entwick­lung prägte, bewahrte die höher gele­gene Hof­schaft lange Zeit ihren ländlichen Charak­ter.

Wann Spels­berg gegrün­det wurde, ist nicht bekan­nt. Ein möglich­er Hin­weis auf das Alter der Sied­lung ist ein bere­its im 14. Jahrhun­dert erwäh­n­ter Ham­mer in der Umge­bung. Daraus lässt sich allerd­ings nicht sich­er ableit­en, dass auch die Hof­schaft selb­st damals schon in ihrer späteren Form bestand.

Die erste aus­drück­lich genan­nte urkundliche Erwäh­nung der Hof­schaft stammt aus dem Jahr 1547. Damals erscheint der Name „Spedels­bergh“.

Die Deu­tung des Namens als Beze­ich­nung ein­er abgele­ge­nen Wald­sied­lung ist inter­es­sant, müsste jedoch anhand sprachgeschichtlich­er Quellen über­prüft wer­den. Ort­sna­men kön­nen Hin­weise auf die Land­schaft, die Veg­e­ta­tion, die Lage oder frühere Besitzer geben. Ihre genaue Bedeu­tung lässt sich aber nicht immer ein­deutig bes­tim­men.

Eine weit­ere his­torische Nachricht stammt aus dem Jahr 1607. Damals wer­den zwei Schleifkot­ten unter­halb von Spels­berg genan­nt.

Diese Angabe ist für die Wirtschafts­geschichte des Ber­gis­chen Lan­des beson­ders auf­schlussre­ich. Schleifkot­ten gehörten zu ein­er regionalen Wirtschaft­s­land­schaft, in der Wasserkräfte und handw­erk­liche Betriebe eine wichtige Rolle spiel­ten. Sie standen in Verbindung mit der Ver­ar­beitung von Met­all­waren und ergänzten die indus­trielle Entwick­lung der Täler.

Spels­berg lag somit in einem Gebi­et, in dem sich Land­wirtschaft, Handw­erk und frühe indus­trielle Tätigkeit­en räum­lich nahe waren.

4. Land­wirtschaft und dör­fliche Lebensweise

Die älteren Häuser von Spels­berg waren über­wiegend Bauern­häuser. Das lässt erken­nen, dass die Hof­schaft über lange Zeit land­wirtschaftlich geprägt blieb.

Die Men­schen lebten in ein­er Land­schaft, in der Felder, Wiesen, Wei­den und Wälder unmit­tel­bar zum All­t­ag gehörten. Die land­wirtschaftliche Arbeit erforderte kör­per­lichen Ein­satz und richtete sich nach den Jahreszeit­en.

Die Hof­schaften waren zugle­ich Wohn- und Wirtschaft­sein­heit­en. Häu­fig gehörten zu einem Hof mehrere Gebäude und Nutzflächen. Wohn­haus, Stal­lun­gen, Sche­unen und weit­ere Wirtschafts­ge­bäude bilde­ten zusam­men die Grund­lage des bäuer­lichen Lebens.

Auch die Lage auf dem Höhen­rück­en ist von Bedeu­tung. Sie unter­schied sich deut­lich von den engeren Tal­la­gen, in denen sich wasser­ab­hängige Gewer­be­be­triebe und Verkehr­swege entwick­el­ten.

Bis in die 1950er-Jahre bestand im ersten Haus am Beginn der Hof­schaft eine Gast­stätte. Sie war ver­mut­lich nicht nur ein Ort der Bewirtung, son­dern kon­nte auch eine soziale Funk­tion erfüllen. Gast­stät­ten waren in ländlichen Sied­lun­gen häu­fig Tre­ff­punk­te für Bewohn­er, Nach­barn und Durchreisende.

5. Schule und kirch­liche Zuge­hörigkeit

Im Jahr 1727 gehörte Spels­berg zum Schul­bezirk Hey­dt. Später wurde die Hof­schaft dem Bezirk Grund zuge­ord­net; kirch­lich gehörte sie zu Lüt­tring­hausen.

Diese Angaben zeigen, dass die Ver­wal­tung des täglichen Lebens nicht auss­chließlich auf der Ebene der einzel­nen Hof­schaft organ­isiert war.

Schule, Kirche und örtliche Ver­wal­tung bes­timmten wichtige Bere­iche des gesellschaftlichen Lebens. Kinder besucht­en eine Schule, die häu­fig außer­halb ihrer unmit­tel­baren Wohn­sied­lung lag. Auch Gottes­di­en­ste, Taufen, Trau­un­gen und Beerdi­gun­gen ver­ban­den die Ein­wohn­er mit den zuständi­gen kirch­lichen Gemein­den.

Für die Fam­i­lien­forschung sind solche Zuord­nun­gen beson­ders wichtig. Wer his­torische Kirchen­büch­er oder andere per­so­n­en­be­zo­gene Quellen unter­suchen möchte, muss wis­sen, zu welch­er Kirchenge­meinde ein Wohn­platz in der jew­eili­gen Zeit gehörte.

Dabei ist zu beacht­en, dass sich Ver­wal­tungs- und Kirchen­gren­zen im Laufe der Jahrhun­derte verän­dern kon­nten. Für geneal­o­gis­che Unter­suchun­gen sollte deshalb immer geprüft wer­den, welche Zuständigkeit zum Zeit­punkt des gesucht­en Ereigniss­es tat­säch­lich galt.

6. Der Spels­berg­er Ham­mer und die Verkehrsen­twick­lung

Unter­halb der Hof­schaft liegt am Mors­bach der Spels­berg­er Ham­mer. Er gehört zu jen­er gewerblich geprägten Tal­land­schaft, die für die Entwick­lung des Ber­gis­chen Lan­des charak­ter­is­tisch war.

Eine beson­dere Bedeu­tung erhielt die Region durch die Rons­dorf-Müng­sten­er Eisen­bahn. Die Strecke durch den Bere­ich Spels­berg­er Ham­mer wurde am 16. Novem­ber 1891 eröffnet. Am 30. August 1959 wurde der betr­e­f­fende Abschnitt auch für den Güter­verkehr still­gelegt.

Bahn­hal­testellen bestanden unter anderem in Claren­bach und Ehligsham­mer.

Die Eisen­bahn ver­band die Gewerbe­standorte mit anderen Orten und erle­ichterte den Trans­port von Waren. Ger­ade für die met­al­lver­ar­bei­t­en­den Betriebe waren Verkehr­swege von großer Bedeu­tung.

Mit der Stil­l­le­gung der Strecke endete ein Abschnitt der regionalen Verkehrs­geschichte. Heute übern­immt unter anderem der Bürg­er­bus Auf­gaben des örtlichen Per­so­n­en­verkehrs.

Die Entwick­lung verdeut­licht den Wan­del der Mobil­ität: Während früher Eisen­bahn und gewerbliche Verkehr­swege die indus­trielle Land­schaft prägten, sind kleinere Sied­lun­gen heute vielfach auf den Straßen­verkehr und ergänzende öffentliche Verkehrsange­bote angewiesen.

7. Die his­torische Bausub­stanz

Spels­berg beste­ht nach den vor­liegen­den Angaben aus 17 Wohnge­bäu­den. Darunter befind­en sich ältere Fach­w­erkhäuser, die teil­weise ver­schiefert sind, sowie neuere Gebäude.

Die über­liefer­ten Bau­for­men ver­mit­teln einen Ein­druck von der tra­di­tionellen Architek­tur der Region. Fach­w­erkhäuser waren über lange Zeit eine ver­bre­it­ete Bauweise. Die Ver­schiefer­ung schützte die Außen­wände und prägte zugle­ich das charak­ter­is­tis­che Erschei­n­ungs­bild viel­er ber­gis­ch­er Sied­lun­gen.

Für das Jahr 2022 wer­den die Häuser Spels­berg Nr. 2, 3, 4, 6 und 12 als denkmalgeschützt angegeben.

Der Denkmalschutz ist ein wichtiger Beitrag zur Erhal­tung der regionalen Baugeschichte. Alte Häuser sind nicht nur Wohnge­bäude, son­dern auch Zeug­nisse früher­er Lebens- und Arbeitsver­hält­nisse.

Ihre Bauweise, ihre räum­liche Anord­nung und ihre Verän­derun­gen im Laufe der Zeit kön­nen Hin­weise auf die wirtschaftliche Sit­u­a­tion der Bewohn­er geben.

Allerd­ings sollte bei der Bew­er­tung einzel­ner Gebäude stets zwis­chen gesicherten Bau­dat­en und Ver­mu­tun­gen unter­schieden wer­den. Das tat­säch­liche Alter eines Haus­es lässt sich häu­fig erst durch Bau­un­ter­suchun­gen, his­torische Karten, Steuerlis­ten oder archivalis­che Unter­la­gen genauer bes­tim­men.

8. Natur und Land­schaft

Die Umge­bung von Spels­berg ist durch Wiesen, Wei­den, Wald­flächen und Buschbere­iche geprägt. Diese Land­schaft unter­schei­det sich deut­lich von den stärk­er bebaut­en und indus­triell genutzten Tal­la­gen.

Die Lage auf dem Höhen­rück­en ver­mit­telt bis heute ein ländlich­es Erschei­n­ungs­bild.

Beson­ders inter­es­sant ist die Erhal­tung alter Nutztier­rassen im Rah­men der „Ber­gis­chen Arche“. Nach den vor­liegen­den Angaben wer­den dort Ber­gis­che Wollschweine, Ber­gis­che Schlot­terkämme und Ost­friesis­che Milch­schafe gehal­ten.

Die Erhal­tung solch­er Rassen ist ein Beitrag zum Schutz der biol­o­gis­chen Vielfalt und des land­wirtschaftlichen Kul­turerbes.

Alte Nutztier­rassen sind eng mit der Geschichte der Land­wirtschaft ver­bun­den. Sie erin­nern daran, dass sich die bäuer­liche Tier­hal­tung früher stärk­er an regionalen Umweltbe­din­gun­gen und den jew­eili­gen Anforderun­gen der Betriebe ori­en­tierte.

Damit verbindet Spels­berg his­torische Sied­lungsstruk­turen mit gegen­wär­ti­gen Bemühun­gen um Natur- und Arten­schutz.

9. Ver­gle­ich zwis­chen Großen­drescheid und Spels­berg

Obwohl bei­de Sied­lun­gen unter­schiedliche his­torische Entwick­lun­gen aufweisen, zeigen sich einige Gemein­samkeit­en.

1. Die ländliche Sied­lungs­form

Bei­de Orte besitzen beziehungsweise besaßen einen aus­geprägten bäuer­lichen Charak­ter. Höfe und Wohnge­bäude bilde­ten den Mit­telpunkt des örtlichen Lebens.

2. Die Bedeu­tung der Land­schaft

Wälder, Wiesen und Wei­den waren für die Bewohn­er wichtige Ressourcen. In Großen­drescheid wer­den die his­torischen Wal­drechte aus­drück­lich erwäh­nt. In Spels­berg ist die Verbindung zwis­chen Höhen­lage, Land­wirtschaft und umgeben­der Natur beson­ders deut­lich.

3. Der wirtschaftliche Wan­del

In Großen­drescheid entwick­elte sich der tra­di­tionelle Hof mit Land­wirtschaft und Gasthof zu einem Betrieb mit Schw­er­punkt auf Gas­tronomie und Hotel­gewerbe.

In Spels­berg standen Land­wirtschaft und dör­flich­es Wohnen in enger räum­lich­er Nach­barschaft zu den wasser­ab­hängi­gen Gewer­be­be­trieben im Mors­bach­tal.

4. Die Bedeu­tung his­torisch­er Quellen

Bei­de Orts­geschicht­en lassen sich durch Urkun­den, Besitz­nach­weise und andere his­torische Zeug­nisse erschließen. Die Angaben zu Johann Grote, Dierich Grote und der Fam­i­lie Spels­berg sind Beispiele dafür, wie sich Besitzver­hält­nisse über län­gere Zeiträume ver­fol­gen lassen.

Ein wesentlich­er Unter­schied liegt jedoch in der jew­eili­gen wirtschaftlichen Umge­bung. Großen­drescheid ist vor allem durch die Geschichte des Erbgutes und des späteren Gast­stät­ten­be­triebs gekennze­ich­net. Spels­berg bei Rem­scheid ste­ht dage­gen in enger Verbindung mit der gewerblichen Entwick­lung des Mors­bach­tals und der Geschichte der regionalen Met­al­lver­ar­beitung.

10. Bedeu­tung für die Heimat- und Fam­i­lien­forschung

Die Geschichte dieser Sied­lun­gen verdeut­licht, wie eng Orts­geschichte und Fam­i­liengeschichte miteinan­der ver­bun­den sind.

Die Namen der Hof­be­sitzer, die Erwäh­nung von Erbgütern, die Aufteilung eines Hofes und der Über­gang von einem Besitzer zum näch­sten sind wichtige Anhalt­spunk­te für die Erforschung früher­er Gen­er­a­tio­nen.

Gle­ichzeit­ig muss berück­sichtigt wer­den, dass ein gle­ich­er Fam­i­lien- oder Ort­sname nicht automa­tisch eine ver­wandtschaftliche Verbindung beweist.

Auch die Namen Grote und Spels­berg soll­ten deshalb im Zusam­men­hang mit den jew­eili­gen his­torischen Quellen unter­sucht wer­den. Erst wenn Besitzüber­tra­gun­gen, Erb­fol­gen, Heirat­en oder andere per­sön­liche Beziehun­gen belegt wer­den kön­nen, lässt sich eine famil­iäre Verbindung zuver­läs­sig darstellen.

11. Schluss­be­tra­ch­tung

Die Geschichte von Großen­drescheid und Spels­berg zeigt, dass auch kleine Sied­lun­gen eine bemerkenswerte his­torische Tiefe besitzen.

Hin­ter weni­gen Häusern ste­hen häu­fig Jahrhun­derte bäuer­lich­er Arbeit, famil­iär­er Besitzwech­sel und wirtschaftlich­er Anpas­sung. Alte Höfe, Fach­w­erkhäuser, Wal­drechte, Gast­stät­ten und gewerbliche Anla­gen sind Zeug­nisse dieser Entwick­lung.

Beson­ders wertvoll sind die über­liefer­ten Jahreszahlen von 1533, 1547, 1607, 1641, 1676, 1727 und 1757. Sie ermöglichen es, einzelne Abschnitte der Orts­geschichte zeitlich einzuord­nen und weit­ere Unter­suchun­gen gezielt vorzu­bere­it­en.

Die bei­den Sied­lun­gen ste­hen zugle­ich für unter­schiedliche Aus­prä­gun­gen der regionalen Geschichte: Großen­drescheid ver­an­schaulicht die Entwick­lung eines his­torischen Erbgutes, während Spels­berg bei Rem­scheid die Verbindung von bäuer­lich­er Hof­schaft, Handw­erk und indus­trieller Tal­land­schaft erken­nen lässt.

Die Erforschung dieser kleinen Orte ist keineswegs neben­säch­lich. Sie trägt dazu bei, die Geschichte des Märkischen und des Ber­gis­chen Lan­des aus der Per­spek­tive der Men­schen zu ver­ste­hen, die dort lebten und arbeit­eten. Ger­ade die Verbindung von Orts­geschichte, Fam­i­lien­forschung, Baugeschichte und Land­schaft­sen­twick­lung macht ihren beson­deren Wert aus.

Abbil­dun­gen

Die Spelsberg‑Familienlinien in den Lüden­schei­der Fam­i­lien­büch­ern

In den Lüden­schei­der Fam­i­lien­büch­er find­en sich Hin­weise aus der Zeit von ca. 1650 bis nach 1870 auf gut 300 Per­so­n­en mit dem Namen Spels­berg, die im Raum Lüden­scheid lebten. Es wer­den mehrere Zweige der Fam­i­lie Spels­berg doku­men­tiert, die über Gen­er­a­tio­nen hin­weg im Kirch­spiel Lüdenscheid‑Land und den umliegen­den Ortschaften ansäs­sig waren. Zwei dieser Lin­ien sind beson­ders aus­führlich erfasst: die ältere Gutseigner‑ und Schmiedelin­ie, die bei Johann Peter Spels­berg (1699)* begin­nt, und die Reidemeister‑ und Bauer­lin­ie um Johann Cas­par Spels­berg (1760)*. Die Büch­er zeigen bei­de Lin­ien getren­nt – nen­nen aber eine verbindende Heirat, die sie geneal­o­gisch miteinan­der verknüpft.

1. Die Lin­ie von Johann Peter Spels­berg (1699)*

Die Fam­i­lien­büch­er führen Johann Peter Spels­berg, geboren am 14. Juli 1699, als Stahlreckschmied, Stahlrei­de­meis­ter und Gut­seign­er. Zu seinen Kindern gehören:

  • Maria Elis­a­beth Spels­berg (*1719)
  • Peter Wil­helm Spels­berg (*1723, †1794)
  • Anna Catha­ri­na Spels­berg (*1732)
  • Her­mann Diedrich Spels­berg (*1735)
  • Johann Cas­par Mel­chior Spels­berg (*1739)

Über den Sohn Peter Wil­helm Spels­berg (1723)* ist eine durchge­hende Nach­folge doku­men­tiert:

  • Johann Peter Spels­berg (1790)* – Reckschmied
  • Johann Peter Spels­berg (1809)* – Tagelöh­n­er
  • Wil­helm Spels­berg (1845)* – Schmied

Diese Lin­ie ist in den Fam­i­lien­büch­ern voll­ständig nachvol­lziehbar und durch Geburts‑, Tauf‑ und Ster­beein­träge belegt.

2. Die Lin­ie von Johann Cas­par Spels­berg (1760)*

Ein weit­er­er Spelsberg‑Zweig begin­nt mit Johann Cas­par Spels­berg, geboren 1760, gestor­ben 1836, mit den Beruf­sangaben Rei­de­meis­ter, Bauer, Munizipal­rat und Gut­seign­er. Die Fam­i­lien­büch­er nen­nen seine Ehe­frau Catha­ri­na Gertrud Lehrkind (1773, †1819)* und doku­men­tieren mehrere Kinder, darunter:

  • Maria Catha­ri­na (*1797)
  • Her­mann Diedrich (*1799)
  • Peter Cas­par (*1802)
  • Johann Cas­par (*1804)
  • Hein­rich (*1807)
  • Car­o­line (*1809)
  • Carl (*1812)
  • Johann Cas­par (*1815)
  • Wil­helmine (*1818)

Die Fam­i­lien­büch­er nen­nen keine Elternvon Johann Cas­par (*1760) und ord­nen ihn kein­er anderen Spelsberg‑Linie aus­drück­lich zu.

3. Die belegte Verbindung zwis­chen bei­den Lin­ien

Eine Verbindung zwis­chen den bei­den Spelsberg‑Linien ergibt sich aus ein­er Heirat, die in den Fam­i­lien­büch­ern doku­men­tiert ist.

Die Fam­i­lien­büch­er führen:

  • Maria Catha­ri­na Spels­berg (19.12.1797)*
    Tochter von
    • Johann Cas­par Spels­berg (1760)* und
    • Catha­ri­na Gertrud Lehrkind

Als ihren Ehe­mann nen­nen die Büch­er:

  • Johann Diedrich Spels­berg (1783)*
    Sohn von
    • Peter Wil­helm Spels­berg (1723)* und
    • Anna Catha­ri­na Elis­a­beth Stein­hauer

Damit ist belegt:

  • Maria Catha­ri­na
    stammt aus der Reidemeister‑/​Bauerlinie
    von Johann Cas­par (*1760).
  • Johann Diedrich
    stammt aus der Gutseigner‑/​Schmiedelinie,
    die bei Johann Peter (*1699) begin­nt.

Durch diese Ehe wer­den die bei­den zuvor getren­nt geführten Spelsberg‑Linien inner­halb der Fam­i­lien­büch­er miteinan­der ver­bun­den.

4. Zusam­men­fas­sung

Die Lüden­schei­der Fam­i­lien­büch­er doku­men­tieren:

Lin­ie A – Gutseigner‑ und Schmiedelin­ie

Begin­nend mit Johann Peter Spels­berg (1699), über Peter Wil­helm (1723) → Johann Peter (1790)* → Johann Peter (1809)* → Wil­helm (1845)*.

Lin­ie B – Reidemeister‑ und Bauer­lin­ie

Geführt über Johann Cas­par Spels­berg (1760)* und seine Kinder.

Belegte Verbindung

Die Heirat von Maria Catha­ri­na Spels­berg (1797), Tochter von Johann Cas­par (1760), mit Johann Diedrich Spels­berg (1783), Enkel der Lin­ie von Johann Peter (1699), stellt die doku­men­tierte Verbindung zwis­chen bei­den Lin­ien dar.

Lit­er­atur

  • Wikipedia
  • https://www.bing.com/maps
  • Lüden­schei­der Fam­i­lien­buch Band 43: Späing­haus — Staus­berg, Thomas Hostert, Wup­per­tal 2021
  • Daten­bank Fam­i­ly-DB, Thomas Dörscheln
  • Ernst-Wilhelm Dörscheln

    Univ. Ob. Prä­para­tor i. R.

    Autoren­seite

    Impres­sum

    Arbeits­ge­mein­schaft für Fam­i­lien­forschung, Orts- und Lan­deskunde

    Anschrift: E.W. und R. Dörscheln, Paul Klee Weg 121, 48165 Mün­ster

    Redak­tion: Regi­na Dörscheln

    Jed­er Beitrag, der hier veröf­fentlicht wird, gilt als Manuskript-Veröf­fentlichung, so daß auch jed­er Ver­fass­er für seinen Beitrag selb­st ver­ant­wortlich zeich­net.

    Nur mit Genehmi­gung des Ver­fassers und mit Quellen-Angabe ist der Nach­druck ges­tat­tet. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

    Die Beiträge zur Fam­i­lien­forschung wer­den ehre­namtlich zur Veröf­fentlichung gebracht.

  • Thomas Dörscheln